Der Bauer blickte scheu zu ihm auf und kniff die Lippen übereinander; dann ging er zu einem Wandschrank, verwahrte die Büchse und brachte ein Säcklein herbei, welches klang und klirrte, als er es auf die Tischplatte setzte.
„Hast nichts gehört, Bauer, wie es bei mir drüben steht?“ fragte Wolfrat.
„Gehört hab ich nichts. Aber sorg dich nimmer! Hast ja die sichere Hilf im Sack.“
Wolfrat atmete tief und stand schweigend, während der Eggebauer zehn Salzburger Schillinge und ein Dutzend Heller auf den Tisch zählte.
„Streich ein! Hast es verdient.“
„Meinst?“ Wolfrat, als er die Münzen in der Hand hielt, streckte sie dem Eggebauer hin und sagte: „Ich weiß nit, mir kommt so für, als hätt das Geld einen roten Schein?“
„Dummes Zeug!“ stotterte der Bauer. „Das Geld hat Silberfarb.“
„So? Dann muß es wohl sein, daß es mir nur im Aug so glitznet. Oder es schaut sich nur die Hand so an.“ Er schob das Geld in die Tasche. „Und was ich sagen will, Bauer? Gelt, wenn vielleicht eine Frag umgehen sollt — du brauchst nit mehr zu wissen, als daß ich gestern nach Feierabend um die achte Stund fort bin. Sieben Stund hab ich hinaufgebraucht in die Röt. Lang genug. Aber so ein Herrgott hat sein Gewicht. Dann hab ich ihn ans Kreuz geschlagen, vor Tag war ich fertig, hab mich wieder auf die Füß gemacht, und war daheim um die neunte Stund. Daß ich den Weg vom Kreuz bergab bis zu deinem Haus in dritthalb Stunden gelaufen bin, das brauchst du nit zu wissen.“
Der Eggebauer riß die Augen auf und schüttelte den Kopf.
„Und schau mich an, wie ich ausschau! Daß du’s weißt, wenn dich einer fragen sollt. Gelt, nein? Ich hab kein Stäubl Ruß im Gesicht, kein Fleckl Blut an meinem Janker.“