„Dein Kind ist also wieder gesund?“

„Dem tut kein Faserl nimmer weh. Der schwarze Bader hat ihm geholfen, der Armeleutbader. Und umsonst, Herr Vogt, ganz umsonst! Der hat allweil Zeit, und hat keinen Schlaf in der Nacht, wenn eins um ihn schreit. Und habt Ihr einmal Zeit, Herr Vogt, nachher nehmt das Leutbuch aus dem Kasten und machet einen dicken Strich, wo meinem Kind sein Nam steht. Polzer Mariele.“ Wolfrat wandte sich ohne Gruß zur Tür.

„Polzer! Um Herrgottswillen!“ stotterte Herr Schluttemann. „Polzer! He! Polzer!“

Wolfrat hatte die Stube schon verlassen. Vor dem Klostertor stand er still und drückte die Fäuste vor die Stirn. „Das auch umsonst, das auch! Und niemand anders hat mir das eingebrockt als die Dirn!“ Er streckte die rechte Hand vor sich hin und sprach sie an mit verbissenem Lachen: „Du hast es notwendig gehabt, daß du dich so getummelt hast, selbigsmal!“ Ein zorniger Blick seiner heißen Augen suchte die fernen Höhen der Berge. „Aber wart nur, du Kramp, komm mir nur wieder unter die Hand!“

Langsam ging er, um das Totenbrett seines Kindes zu holen.

Als er sein Lehen erreichte und in den Hausflur treten wollte, hörte er vom Hag her einen leisen Pfiff. Dort drüben stand der Eggebauer. Wolfrat spähte nach allen Seiten, lehnte das Totenbrett an die Wand und ging zum Hag.

„Warst du bei ihm?“ fragte der Eggebauer flüsternd.

Wolfrat nickte.

„So red doch!“ Dem Bauer sprach die heillose Angst, die ihn erfüllte, aus jedem Blick.

„Reden? Was ist da viel zu reden? Heut hat er noch allweil nichts wissen können. Ich selber hab geredet, wie’s ausgemacht war. Halt nur fest bei der Stang, wenn die Frag einmal an dich kommt!“