Der Eggebauer machte zwei Fäuste mit eingezogenen Daumen.
„Wie steht’s denn mit deinem Weib?“ fragte Wolfrat. „Hast du es ihr schon gegeben?“ Er meinte das Herzkreuzl des Steinbocks.
Der Eggebauer schüttelte trübselig den Kopf. „Das Weib treibt’s ärger mit jeder Stund. Was Füß hat im Haus, Mensch und Hund und Katz, alles wird von dem Weib umeinander getrieben, daß einem der Schnaufer vergehen möcht. Und wenn ihr der Wehdam ankommt, nachher halt’s schon gar kein Mensch nimmer aus mit ihr. Und doch, ich trau mich nit, daß ich ihr’s geb! Wenn das Weib gesunden tät, sie könnt das Maulwerk nit halten. Und alles müßt aufkommen.“
Es zuckte seltsam in Wolfrats Gesicht. „Am End willst es ihr gar nimmer geben? Aus lauter Angst, es könnt ihr helfen?“
Der Bauer nickte. „Daß mich die Versuchung nit ankommt, wenn mich das Weib wieder einmal plagt bis auf die Haut, drum hab ich das ganze Teufelszeug mitsamt dem Büchsel hinterm Haus vergraben.“
Jetzt lachte Wolfrat laut hinaus.
„Geh, du Narrenteufel!“ brummte der Eggebauer, dem nicht lustig zu Mut war bei diesem Gelächter. „Mir scheint, du kommst aus der Wirtsstub, aber nit vom Freithof.“
„Aber geh, Bauer, so lach doch mit! Denn jetzt paßt alles zueinander. Mein Kind hat nichts davon haben sollen, als nur den halben Schilling für die ewige Liegerstatt und um einen Heller Farb auf dem Brett, und dein Weib soll nichts haben davon, und es hätt auch nit sein müssen ums Lehent! Nur grad, daß ich die roten Händ davon hab! Alles umsonst! Aber gelt Bauer, es wird halt so sein müssen! Warum? Da kannst du lang drum fragen!“
„So red doch nit daher wie ein Unsinniger! In meinem Kopf schaut es eh schon aus wie in einem Grillenhaus.“
Da klang vom Hause her Zenzas scharfe Stimme: „Vater!“