Begrenzung und Fläche.
Wollte man, wie das oft vorgeschlagen worden ist, den Ostrand des Gebirges zwischen Pforzheim und dem Rhein bei Waldshut nach dem gleichen Gesichtspunkt bestimmen und demnach möglichst an die Grenze von Buntsandstein gegen Muschelkalk legen, so würde die so zu gewinnende Linie orographisch an vielen Stellen gar nicht hervortreten. Sie erscheint daher in strenger Durchführung unpassend für unsere Zwecke. Besser und plastisch durchaus wirkungsvoll ist dagegen die im folgenden gezeichnete Grenze, welche durchweg Tallinien folgt, also geeignet ist, die Erhebungen, die im Westen als geschlossene Gebirgsmasse aufragen, von den niedrigern Stufenländern des Ostens zu trennen. Freilich fällt diese den Talrinnen folgende Linie nicht streng mit geologischen Formationsgrenzen zusammen, doch läßt sie in der Hauptsache die echten Schwarzwaldhöhen des Buntsandsteins westlich, und jenseits ziemlich schmaler Muschelkalk- und Keuperbänder den Jura im Osten liegen. Sie verläuft von Pforzheim dem Flüßchen Nagold entlang bis zum Städtchen gleichen Namens (452 m), überschreitet die Wasserscheide zum Neckar bei Hochdorf (511 m), senkt sich hinab nach Horb (391 m), folgt dem Neckar bis zu seiner Quelle (700 m) in der Nähe von Schwenningen und verläuft weiter über einförmige Hochflächen, auf denen sie die Rhein-Donau-Wasserscheide zum erstenmal trifft, bis nach Donaueschingen (676 m), von wo sie, immer in südlicher Richtung weiter ziehend, die Wasserscheide der Donau gegen den Rhein bei etwa 780 m wieder überschreitet und bald danach das östliche Knie der Wutach bei Achdorf (540 m) erreicht, um schließlich diesem Fluß zu folgen bis zum Rhein (319 m) oberhalb Waldshut.
Dieser rund 190 km lange Ostrand des Schwarzwaldes liegt durchweg höher als die Süd-, West- und Nordgrenze des Gebirges; man kann ihm eine Mittelhöhe von 400 m zuschreiben, während die entsprechenden Werte im Süden 270, im Westen 150, im Norden 190 m betragen.
Abb. 11. Weinlese im Immental bei Freiburg.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 32].)
Abb. 12. Feldbestellung im Schwarzwald. Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 29].)
In diesen Grenzen bedeckt unser Gebirge eine Fläche von 7860 qkm, von denen 6060 qkm oder 77% auf Baden, 1800 qkm oder 23% auf Württemberg fallen. Kleine Schweizer Gebietsteile bei Basel und hohenzollerische bei Horb sind dabei nicht besonders ausgeschieden. Zum Rheingebiet gehören 7350 qkm oder mehr als 93%, zum Donaugebiet 510 qkm oder weniger als 7% des Schwarzwaldareals. In der Luftlinie gemessen ist die größte Südnordausdehnung des Gebirges zwischen Säckingen und Durlach 166 km, der größte Westostabstand von Müllheim bis Achdorf 67 km, die mittlere Breite etwa 47 km; die Breite nimmt von Süd nach Nord fast stetig ab. —