Sind doch von dem Buntsandsteingebiet seines Nordens und Ostens 60 bis 65% der Fläche bewaldet, am Westabhang und im Zentrum 40 bis 45%, während in der Muschelkalkzone des Ostens die Waldfläche auf 35 bis 25% des Areals herabsinkt. Den Verwitterungsböden des Buntsandsteins mit der, wie oben angegeben, stärksten Waldbedeckung kommen die des Granites mit etwa 50%, des Gneises mit rund 45% noch ziemlich nahe; alle anderen Bodenarten bleiben hinter diesen Anteilwerten mehr oder weniger stark zurück.

Abb. 29. Wollspinnerinnen im Herrgottswinkel.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 46].)

Der Wald.

Im Osten mit seinen breiten und die Talauen meist nur wenig überragenden Höhenzügen sind im allgemeinen nur diese waldbedeckt, während sich am Wasser weite Feld- und Wiesenfluren ausdehnen. Im höheren Schwarzwald steigen die Waldungen vom Rande des Rheintales ab an den Vorhügelreihen, den Talwänden und Berglehnen, vielfach durch Auenland unterbrochen, zu den Wasserscheiden hinauf, deren höchste Kuppen im Süden von etwa 1350 m ab über die Baumgrenze aufragen, während flache Hochmoore gelegentlich noch die Krummholzkiefer (Legföhre) gedeihen lassen.

Abb. 30. Waldkapelle.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 46].)

Im Gebiet dichterer Bevölkerung ist der Wald zu den obersten Hängen hinaufgedrängt; wo tief und eng gefurchte Täler vorherrschen, da deckt er alle felsfreien Stellen der Gehänge bis zum Bachufer und überläßt den Menschen die Hochebene zu Anbau und Siedlung. Steilheit, Bewässerung und Exposition der Böschungen bedingen im kleinen die mannigfachsten Verschiedenheiten in Lage und Ausdehnung der Gebirgswaldungen.

Zu 75% ist der Schwarzwald mit Nadelholz, zu 25% mit Laubholz bestockt, doch so, daß mehr als die Hälfte des Ganzen als Mischwald bezeichnet werden muß. Esche, Ahorn, Ulme, Pappel, Birke, Akazie treten kaum waldbildend auf, die zahme Kastanie bildet an den milden Vorhügeln des Westfußes ab und zu kleinere Komplexe und reift köstliche Früchte, die Erle bewaldet nasse Talböden, die Eiche kommt in der Vorhügelzone gelegentlich waldbildend vor, häufiger aber tritt sie, besonders im mittleren und nördlichen Gebirgsteile bis zu einer Höhe von 700 m als Schälwald und in den Reutefeldern auf, die in mehrjährigen Perioden durch Abbrennen vorübergehend dem Anbau von Getreide dienstbar gemacht werden. Der verbreitetste Laubholzbaum ist in reinen wie gemischten Beständen die Buche, die an vielen Orten bis zur Baumgrenze, ja gelegentlich sogar höher aufsteigt als das Nadelholz, freilich nur noch verkümmert und von den Südweststürmen windschief nach Nordosten gebogen.

Am Nadelwald ([Abb. 10]) beteiligen sich abgesehen von der Lärche und Weymutkiefer und außer der Legföhre der sumpfigen Hochmoore zu allermeist die Fichte oder Rottanne, dann die Edel- oder Weißtanne, endlich die Kiefer. Die Fichte steigt im ganzen Gebiet bis über 1200 m und zwergartig bis zur Baumgrenze auf, die Weißtanne ist besonders in den westlichen Gebirgsteilen, die Kiefer auf dem Buntsandstein häufig.