Abb. 40. Badenweiler. Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 66].)

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GRÖSSERES BILD]

Besiedlung im Mittelalter.

In die Zeit gegen das Ende der fränkisch-alemannischen Reihengräberperiode fällt die Einführung und Ausbreitung des Christentums auf Schwarzwälder Boden und mit ihr die Errichtung zahlreicher Klöster, zumeist nach der Regel des heiligen Benedikt von Nursia. Zunächst spielte sich diese Kolonisation noch in den schon bis zu gewissem Grad besiedelten Randzonen ab, dann aber bald, nämlich vom zehnten Jahrhundert an, auf neugerodetem Waldlande, so in St. Trudpert im Münstertal, in St. Blasien an der oberen Alb. Nach dem Jahre 1000 folgten in bisher völlig unbewohnten Einöden St. Georgen, St. Peter, St. Märgen, Friedenweiler, St. Ulrich. Der Klostergründung folgte die Urbarmachung und Besiedlung weiter Flächen, deren Waldesdickicht sich nun rasch lichtete und im Verhältnis zur Rauheit des Klimas und zur anfänglich noch recht geringen Wegsamkeit fast nur allzuviele bäuerliche Niederlassungen auf den Grundstücken der Klöster entstehen sah. Der gelehrte Fürstabt Gerbert von St. Blasien hat nicht unrecht, wenn er in seiner Historia nigræ silvæ (1783 bis 1788) den Schwarzwald eine Colonia Sancti Benedicti nennt. In der Tat muß ein großer Teil des hohen Schwarzwaldes als junges Kolonialland angesehen werden, das erst vor neunhundert und weniger Jahren besiedelt worden ist, und zwar mit dem Überschuß von Menschenmaterial, welches sich in den leichter zugänglichen, seit alter Zeit bewohnten Tälern fand. So erklärt sich auch die starke Vermehrung der dunklen keltischen Rasse, von der vorhin die Rede war.

Abb. 41. Marzell im Kandertal.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 68].)

Abb. 42. Der Belchen.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 70].)

Abb. 43. St. Trudpert.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 70].)