Abb. 70. Bismarckdenkmal auf dem Feldberg.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 96].)
Badenweiler selbst ist ein kleiner Ort, der aber mit seinem schmucken großherzoglichen Schloß, seinen Villen und Gasthäusern, alles in schöne Parkanlagen und Gärten zerteilt, einen unendlich lieblichen Eindruck macht. Sehenswert ist — nahe bei dem im Kurpark gelegenen offenen Schwimmbassin — das nach dem Vorbilde altrömischer Bäder gebaute „Markgrafenbad;“ es umfaßt ein Marmorschwimmbad, dessen bezaubernde Lichteffekte, welche durch die gefärbten Glasscheiben der Decke hervorgebracht werden, jeden Besucher bestricken, und Einzelbäder. Die Ruine des Römerbades führt uns die Anlage einer der hervorragendsten unter den nordalpinen Römerbauten vor Augen und gibt eine Vorstellung von der Art, wie das große Kulturvolk seine Heil- und Luxusbäder einzurichten pflegte. Sie ist 1784 entdeckt und freigelegt worden und hat 66 m in der Länge, 19,5 m in der Breite. Neben Vorhöfen und kleineren Räumen, wie Warte- und Salbzimmer, Schwitz-, Dampf- und Einzelbäder, finden wir große Schwimmbäder (Piscinen), kalte Bäder (Frigidarien), warme Bäder (Tepidarien). Alle Einrichtungen sind doppelt vorhanden, offenbar um die Benutzung gleichzeitig für Männer und Frauen zu ermöglichen. Ein Altarstein im Vorhof trägt eine Widmung an die Diana Abnoba.
Umgebung von Badenweiler.
Über dem Dorf betreten wir den herrlichsten Hochwald mit seinen wunderbar gepflegten Wegen, die sich jeder Art von Bewegungsbedürfnis anpassen, vom kurz dauernden Gang ohne jede Steigung bis zur lohnendsten Hochwanderung, die stundenlang ausgedehnt werden kann. Von der Überfülle schöner Ausflugsziele mögen nur zwei genannt werden, der Sirnitzsattel (1072 m) am Wege zum Belchen, der durch das felsen- und wasserfallreiche Klembachtal entweder auf neuer prachtvoll angelegter Kunststraße oder auf dem alten Wege längs des rauschenden Bergbaches erreicht werden kann, sodann der Gipfel des aussichtsreichen Blauen (1165 m), auf den eine Fahrstraße und ein ganzes Labyrinth von prächtigen Fußpfaden führt.
Überaus lohnend ist auch das langsame und behagliche Schlendern durch die Vorbergzone, etwa nach Bürglen (667 m), einer ehemaligen Propstei des Stiftes St. Blasien, und weiter nach dem freundlich gelegenen und ansehnlich gebauten Industriestädtchen Kandern, einst berühmt durch seine Hochöfen, welche die Bohnerze der Gegend verarbeiteten, jetzt durch seine Brezeln, seine Tonwarenfabriken und seine blühende Kunsttöpferei. Im Kandertal aufwärts liegt über dem freundlichen Dorfe Marzell ([Abb. 41]) die Lungenheilanstalt Friedrichsheim, das Tal hinab führt eine Nebenbahn an der malerischen Felslandschaft der Wolfsschlucht vorbei und durch mehrere schmucke Dörfer in der Richtung auf Basel.
Abb. 71. Im tiefen Schnee.
Nach einer Photographie von Dr. Hoek in Freiburg. (Zu [Seite 97].)