Schwarza, Mettma.

Zu den Talschluchten östlich der Alb gelangt man von Norden her am bequemsten vom Titisee aus. Von der Lenzkircher Straße zweigt hoch über dem See eine andere ab, die über Alt-Glashütten (993 m) zum waldeinsamen, stillen Schluchsee (899 m) führt, über welchem der gleichnamige Luftkurort erhöht gelegen ist. Der Schluchsee nimmt bei etwas größerer Länge aber geringerer Breite fast genau die gleiche Fläche ein wie der Titisee. Sein unteres Ende ist durch einen gewaltigen Moränenwall abgedämmt ([Abb. 86]), der die Schwarza zwingt, nach Süden abzuströmen, während der ehemalige Ablauf in der Talrichtung des Sees, die Mettma, jetzt als selbständiger Fluß erscheint.

Abb. 108. Zähringer Burg.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 110].)

Schlücht.

Über dem rechten Ufer der tief eingesägten Schwarza zieht eine prächtige Straße durch die Granitlandschaft nach Häusern und St. Blasien. Eine Abzweigung steigt nach Höchenschwand (1010 m) hinauf, dem frei gelegenen Luftkurort, dessen meteorologische Station wertvolles Material zur Kenntnis des Höhenklimas im Schwarzwald beigebracht und dessen umfassende Alpenaussicht manchen Reisenden glücklich gemacht hat. Von hier ziehen stille Wege über die Höhen ([Abb. 87]) und durch das Felstal der Schwarza ([Abb. 84]), ebenso ist vom Schluchsee aus der in herrlicher Waldumgebung gelegene Kurort Rothhaus leicht zu erreichen, der neben der Staatsbrauerei gleichen Namens (972 m) allmählich erwachsen ist ([Abb. 85]). Unfern liegt der kleine Schlüchtsee ([Abb. 89]) in träumerisch einsamer Umgebung. Aus ihm entspringt die Schlücht, die ebenso wie die etwas weiter westlich fließende Mettma nach unten sich tief in den Felskörper des Gebirges eingesägt hat, so daß nahe ihrer Vereinigungsstelle oberhalb der Witznauer Mühle (437 m), von der das Städtchen Thiengen bei Waldshut in kurzer Zeit zu erreichen ist, das Gebirge uns eine seiner sehenswertesten Landschaften vor Augen führt ([Abb. 88], [90]). Noch ein wenig weiter östlich hat sich das Steinaflüßchen seinen Weg gebahnt. Das Steinatal wird am besten von Bonndorf aus besucht, wobei uns zuerst das freundliche Steinabad in seiner Waldumrahmung fesselt, dann werden die Ruinen der Roggenbachschlösser die Aufmerksamkeit erregen, und nun geht’s das stille Tal hinab, das wenig oberhalb des Schlüchttals bei Thiengen ins Wutachtal ausmündet. Die Höhen zwischen diesen Tälern sind ihrer orographischen Gestaltung nach etwas einförmig, aber das machen sie gut durch ihre herrlichen Fernblicke. Um diese, besonders auf die Alpen, genießen zu können, empfiehlt es sich, von Nord nach Süd zu wandern, sei es etwa auf der Straße von Höchenschwand nach Waldshut oder auf der von Schluchsee über den Beerauer Berg nach der Witznauer Mühle, also im wesentlichen der Richtung der Höhenwege II zu folgen.

Abb. 109. Die Hochburg.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 110].)

Steina und Wiese.

Im Westen der Linie Feldberg-Schweigmatt ist der Charakter des Gebirges ganz verschieden von dem, wie wir ihn eben kennen lernten. An die Stelle der Hochflächen, die durch schmale Schluchten voneinander getrennt sind, treten wohlausgebildete Bergformen in reichgestaltiger Einzelmodellierung, dazwischen liegen normalgebaute Täler, die ihr Gefälle nach unten abschwächen und gleichzeitig ihre Breite vergrößern, bis sie schließlich sich mit weiten Mündungstrichtern dem Rhein zu öffnen. Das größte und in seiner Art schönste dieser Täler ist das der Wiese, die am Zeiger beim Feldberg (1234 m) entspringt und unmittelbar unterhalb Basel den Rhein erreicht.