Abb. 123. Holzschlitten im Winter. Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 121].)

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GRÖSSERES BILD]

Von Triberg steigt die Bahn in gleicher Weise wie bisher weiter, und wiederum gewährt sie uns an schönen Landschaftsbildern und technischen Problemen des Überraschenden fast mehr, als wir bei der schnellen Fahrt geordnet aufnehmen können. Der Sommerautunnel, wie schon gesagt der größte von allen, durchschneidet die Rhein-Donauwasserscheide. Über ihm, an der alten Straße, steht das große Wirtshaus auf der Scheitelhöhe derart, daß die Traufe der einen Dachseite zum Rhein, die der anderen zur Donau abfließt.

St. Georgen.

Vom Bahnhof Sommerau geht es nun im waldumsäumten Wiesenhochtal gemächlich abwärts, bald wird die Brigach erreicht, über die hoch am Berg hinauf gebaut die blühende Industriestadt St. Georgen (806–864 m) mit fast 4600 Einwohnern liegt. Sie entstand um eines der vielen Benediktinerklöster des Schwarzwaldes, das in diesen Gegenden lange Zeit hindurch eine ähnliche Bedeutung hatte, wie weiter im Süden St. Blasien, das aber wie dieses längst nicht mehr besteht. Die Schwarzwälder Uhrenfabrikation und die Herstellung von Uhrenbestandteilen, Werkzeugen allerart, auch die Stroh- und Strohhutflechterei hat in St. Georgen einen ihrer wichtigsten Mittelpunkte, wie der Besuch der interessanten Gewerbehalle deutlich lehrt. Auch hier hat sich die alte Tracht der Frauen und Mädchen noch erhalten ([Abb. 121]).

Unfern der Station Peterzell liegt mitten im herrlichsten Hochwalde eingeschlossen die erst 1806 gegründete Herrenhuter Kolonie Königsfeld (763 m) mit geschätzten Erziehungsanstalten für Knaben und Mädchen. Die staubfreie Höhenlage und die Waldesnähe haben auch hier einen vielbesuchten Luftkurort entstehen lassen.

Abb. 124. Zweribachfall.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 121].)

Villingen.