Kaltenherberg. Brend.
Wir halten uns von der Kaltenherberg ab in rein nördlicher Richtung, stets auf der Rhein-Donauwasserscheide; jenseits Neukirch, bei der Neueck (985 m) schneiden wir die neue prachtvolle Kunststraße, die von Simonswald über Gütenbach herauf und dann östlich abwärts nach Furtwangen führt, bei der Alten Eck (1070 m) den früheren Kilpenweg vom Rheintal über Waldkirch zum Bregegebiet, der neben der Ostweststraße über den Hohlen Graben einer der ältesten im Schwarzwalde ist. Nun geht’s auf die aussichtsreiche Höhe der Brend (1148 m) und hinab zum Sattel am Forsthof der Martinskapelle (1090 m), von wo zahlreiche Wege nach Ost und Nord und West abzweigen. Erwähnung verdient unter ihnen vor allen der eine über die aus alten Kriegszeiten verschanzten Höhen des Rohrhardsberges zum Tafelbühl und zur Wallfahrtskapelle auf dem Hörnleberg (987 m), der weither als Landmarke gilt, und von hier steil hinab ins Elztal bei Bleibach.
Abb. 128. Furtwangen.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 123].)
Schonach.
Nahe der Martinskapelle, am Briglirain (Brücklerain) entspringen dicht beieinander die Brege, die nach Süden, und die Elz, die nach Norden fließt. Wir gehen zwischen diesen Flußursprüngen durch und folgen dem Kamm rechts von der Elz in nördlicher Richtung, lassen den Luftkurort Schönwald (994 m) mit seinen großen Gasthäusern und das stillere Schonach ([Abb. 126] u. [127]), von wo es bequem nach Triberg hinab geht, rechts unter uns liegen, gelangen dann zu der schon wesentlich tiefer liegenden Büchereck (653 m) zwischen Elzach und Gutach an der Schwarzwaldbahn, steigen nochmals empor zum Farrenkopf (789 m), dem aussichtreichen Eckpfeiler zwischen Gutach- und Kinzigtal, und nun geht’s rasch abwärts zur Bahn, die wir bei Hausach erreichen in dem freudigen Bewußtsein, eine der lohnendsten Höhenwanderungen im Schwarzwald glücklich durchgeführt zu haben.
Abb. 129. Bad Sulzbach.
Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 126].)
Furtwangen. Stöcklewald. Galgen.
Wer auf etwas bequemere Weise in die eigenartig reizvolle, stille Welt dieser Höhen eindringen will, der mag von Donaueschingen aus die Nebenbahn befahren, die über Hüfingen und Bräunlingen nach Hammereisenbach und dann nach Vöhrenbach (799 m) führt, einem wichtigen Mittelpunkt der Uhren- und Orchestrionfabrikation, um schließlich in Furtwangen zu endigen. Diese hochgelegene Industriestadt (872 m) mit mehr als 5400 Einwohnern ist der Hauptort der Schwarzwälder Uhrenindustrie ([Abb. 128]) und durch sie groß geworden. Besuche in den vielen verschiedenartigen Betrieben, in der Gewerbehalle, der Schnitzereischule usw. sind höchst lehrreich und lohnen ganz abgesehen von der erquickenden Luft des Hochtales den längeren Aufenthalt reichlich. Von Furtwangen führt eine aussichtsreiche Straße auf die Höhe der Escheck (1057 m), von wo bald Schönwald und kurz danach der obere Anfang des Triberger Wasserfalles erreicht wird. An ihm führt ein herrlicher Schluchtweg hinab zum blühenden Kurort.