Nahe dem Nordausgang des Waldecker Tunnels erreicht man die Station Teinach (349 m), von wo die Straße zunächst mittels einer gewaltigen Steinbrücke den Fluß überschreitet, um den Eingang in ein enges Seitentälchen zu gewinnen, in welchem bald Dorf und Bad Teinach aus dem Grün herauswinkt ([Abb. 168]). Die Mineralquellen des Ortes, im ganzen vier, aber von verschiedener Beschaffenheit, haben das Calwer Wildbad, wie es einst genannt wurde, früh bekannt gemacht. Heute sind die Kureinrichtungen in jeder Hinsicht modernen Bedürfnissen angepaßt, und wie bei den Bädern zu beiden Seiten des Kniebis ist auch hier als Hauptheilfaktor die friedliche Ruhe der Landschaft mit ihrem wunderbar schönen, wegereichen Wald hoch anzuschlagen. Josef Victor Scheffel, der öfters und auch noch ein Jahr vor seinem Tode hier weilte, hat in launigen und ernsten Versen Teinachs Lob gesungen und durch sein dem „Gaudeamus“ einverleibtes Gedicht „Zavelstein“ auch dem nahen Städtchen dieses Namens zur literarischen Unsterblichkeit verholfen.
Abb. 163. Turm auf dem Mehliskopf.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 149].)
Abb. 164. Herrenwieser See. Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 150].)
Zavelstein.
Zavelstein ([Abb. 167]) liegt 587 m hoch, also ganz ansehnlich über der Talsohle, über die es ebenso wie über das weite Land ringsum einen schönen Blick gewährt, besonders von der nahen Burgruine aus. Zavelstein ist die kleinste Stadt Württembergs, überragt aber mit seinen annähernd 300 Einwohnern seine badische Schwester Hauenstein an Größe doch noch ansehnlich. Die vom Dichter verewigte Krokus-Wiese übt ihren Farbenzauber natürlich nur in den allerersten Frühlingstagen, aber auch zu anderen Zeiten lohnt sich der Besuch des kleinen Bergnestes, von welchem aus Pfade nach allen Seiten führen. So kann man auch unmittelbar nach Calw absteigen, wenn man nicht zur Bahn zurückgehen und mit ihr nordwärts weiterfahren will.