Abb. 172. Partie am Stadtsee von Liebenzell.
Nach einer Photographie des Fremden-Verkehr-Vereins in Liebenzell. (Zu [Seite 158].)
Abb. 173. Pforzheim, vom Römerweg gesehen.
Nach einer Photographie im Verlag von Otto Riecker in Pforzheim. (Zu [Seite 160].)
Wenn schon oben beim Mahlberg von einem Meer von Wald gesprochen werden konnte, so trifft diese Ausdrucksweise hier in noch viel höherem Grade zu. Wald und nur Wald, soweit das Auge schweift. Meilenweit dehnt sich der Forst nach allen Seiten aus, und nur ganz selten ist er auf kleiner Fläche unterbrochen, wo ein Forsthaus, eine Sägemühle am Bach oder ein kleines Dorf in der Talweitung unten Raum gefunden hat. Die beinahe ganz flache Hochebene ist weitum sumpfig und ausgezeichnet durch die interessante Flora der Hochmoore. Die Latsche hat hier ansehnliche Verbreitung. Der kleine, melancholische Hohlohsee und der ebenso beschaffene Wild- oder Hornsee ([Abb. 171]), ist nichts als eine etwas tiefere Moorwasser-Ansammlung. In dem nicht weit vom Turm abliegenden großherzoglich badischen Jagdschlößchen Kaltenbronn hat Kaiser Wilhelm II. schon wiederholt geweilt, um von hier aus der Auerhahnjagd obzuliegen.
Die Weinstraße.
Immer auf der Höhe zwischen Enz und Murg, immer im schweigenden Walde zieht die Weinstraße südlich bis Besenfeld (783 m) und weiter bis Freudenstadt. Als wechselvoll kann diese lange Wanderung nicht bezeichnet werden; nur der wird sie in ihrer ganzen Ausdehnung durchführen, der die Menschen einmal recht gründlich fliehen will.
Urnagold. Altensteig.
Nahe bei Besenfeld, wo eine Straße von Schönegründ im Murgtal heraufkommt, liegt Urnagold (822 m) an einem breiten Höhenrücken, von dem die Nagold nach Süden, später nach Osten, und in ganz kurzem Abstand die Enz nach Norden abfließt. Längs der Quellbäche des erstgenannten Flüßchens führen mancherlei Wege, meist zu Zwecken der Holzabfuhr angelegt, durch fast völlig unbewohntes Waldland hinab nach Altensteig (503 m), einem alten Städtchen, das sich steil an der Berglehne hinaufzieht. Der Ort hat heute über 2500 Einwohner, treibt vielerlei Gewerbe, hauptsächlich aber den altüberlieferten Holzhandel und die Flößerei, deren letztes Stündlein auch wohl hier bald schlagen dürfte, wie dies an den anderen Schwarzwaldflüssen längst geschehen ist; besonders lebhaft blüht die Wollfabrikation. Seit eine Nebenbahn nach Nagold hinunterführt, sind auch die Luftkurgäste hier oben eingezogen. Schloß, Stadt und Umgebung kamen wie Liebenzell mit seinem Gebiet erst 1603 durch Tausch von Baden an Württemberg.