Die Barbaren bestreichen die frisch gefällten Stämme mit Wachs und vergraben sie in die Erde; die Kunsttischler dagegen legen sie wiederholt 7 Tage lang auf Getreidehaufen und nehmen sie dann wieder 7 Tage herunter, wodurch sie merkwürdig viel an Gewicht verlieren. Neulich ist man durch Schiffbrüche auf die Entdeckung gekommen, daß auch dieses Holz durch Seewasser austrocknet und so dicht, hart und unverwüstlich wird, wie auf keine andere Weise. Reibt man solche Tische mit trockener Hand, besonders nach dem Bade, so fördert das ihre Schönheit. Wein schadet ihnen nicht und man gebraucht sie besonders gern bei Tischgelagen. Die Citrusbäume sind, was Stamm, Blätter und Geruch anbetrifft, der wilden Cypresse ähnlich. Der Berg im diesseitigen Mauretanien, der sonst das berühmteste Citrusholz lieferte, jetzt aber erschöpft ist, heißt Ankorarius.“ Da, wo es heimisch und in größerer Menge zu haben ist, wird das Holz der Cypressen, wie auch der Lebensbäume (Thuja), das von Farbe im Kern meist graubraun, sehr leicht, weich, und von aromatischem Geruch ist, wegen seiner Dauerhaftigkeit gern zu feineren Schreiner-, Drechsler- und Schnitzarbeiten verwendet.

Von außereuropäischen Nadelhölzern liefert die in sumpfigen Flußniederungen der Südoststaaten der nordamerikanischen Union wachsende Sumpfcypresse (Taxodium distichum) ein sehr wichtiges Nutzholz. Es ist braun, leicht, weich, sehr tragkräftig und außerordentlich dauerhaft und wird in Deutschland vielfach zu Decken- und Wandvertäfelungen gebraucht. Noch riesenhafter als sie werden die in Kalifornien heimischen Wellingtonien (Sequoia giganta), die eine Höhe von über 100 m bei einem Stammdurchmesser bis zu 16 m und einem nachweisbaren Alter von über 4000 Jahren erreichen, somit zu den ältesten und höchsten Bäumen der Erde zählen. Bei diesen Riesen erscheint das Innere, vor Jahrtausenden gebildete Holz noch so absolut gesund, als wäre es erst vor wenigen Jahren entstanden. Von dieser Baumgattung kommt vornehmlich das Holz der Sequoia sempervirens als redwood oder „amerikanisches Rotholz“ nach Europa. Es besitzt einen lebhaften roten Kern, ist leicht, weich, hat sehr enge, scharf gezeichnete Jahresringe und ist ebenfalls durch große Dauer ausgezeichnet. Wegen seiner Politurfähigkeit ist es besonders zu Vertäfelungen, Deckenkonstruktionen usw. beliebt, wird aber auch vielfach zu Bleistiftfassungen verwendet. Zu letzteren dient aber in der Regel, wie wir im vorhergehenden Abschnitt sahen, das trotz seiner Leichtigkeit sehr dauerhafte und kaum je vom Wurm angegriffene rotbraune, wohlriechende Holz des virginischen Wacholders (Juniperus virginiana), das auch mit Vorliebe zur Herstellung von Zigarrenkistchen benutzt wird.

Als falsches „Cedernholz“, Cedrelen- oder Zigarrenkistchenholz kommt aus Mittelamerika ein wohlriechendes, rotbraunes Holz nach Europa, das in der Struktur dem Mahagoniholz sehr nahe kommt, aber von Cedrela odorata stammt. Es ist dies ein den Mahagonibäumen sehr nahe verwandter, mit jenen in die Familie der Terebinthen oder Balsamgewächse gehörender hoher Baum des brasilianischen und mittelamerikanischen Urwaldes mit 3–5paarig gefiederten Blättern. Es kommt als westindisches oder spanisches Cedernholz oder Cedrelate, d. h. Cedertanne (vom griechischen kédros Ceder und eláté Tanne) in den Handel, ist leichter und weicher als Mahagoni und wird hauptsächlich zu Kisten für Zigarren, Zucker und Gewürze verwendet. Britisch-Honduras allein führt davon für 150000 Mark jährlich aus. Doch kann der heutige Bedarf nicht mehr mit Cedrelenholz gedeckt werden, so daß einheimische Arten wie Erle und Rotbuche dafür eintreten müssen.

Aus Australien kommt unter dem Namen „Pinkosknollen“ nicht selten ein Holz auf den europäischen Markt, das von rotgelber bis dunkelroter Farbe, schwer, sehr zähe und harzreich ist, sich aber nach allen Richtungen gut bearbeiten läßt, daher ein vorzügliches Material für Drechsler und Holzschnitzer bildet. Die Abstammung ist noch unbekannt; doch sind es wahrscheinlich die Ast- und Wurzelknoten einer Schmucktanne.

Von allen Laubhölzern Europas liefert die Eiche (Quercus) das in fast allen Gewerben am meisten gebrauchte Holz, da es unser bestes und dauerhaftestes Nutzholz ist, gleich vorzüglich im Hoch- und Wasserbau, wie auch als Möbelholz. Und wenn die Eiche nicht so langsamwüchsig und so anspruchsvoll an den Boden wäre, würden die Eichenwälder heute noch so verbreitet sein, wie im Mittelalter. Da die Eiche sehr lichtbedürftig ist, bildet sie allein nur lichte Wälder, in denen reichlich Unterwuchs, auch Gras, gedeiht. Sie war also der geeignetste Baum für die Waldweide, die vor Einführung der Stallfütterung für Mitteleuropa außerordentlich wichtig war. Außerdem bot sie den Schweineherden in ihren nahrhaften Früchten neben den Bucheckern das beste Mastfutter, eine Nutzung, die einst viel wichtiger war, als der Wert des damals noch im Überfluß vorhandenen Holzes. Durch die Ausdehnung der Landwirtschaft seit 1750 sind inzwischen viele frühere Eichenböden an die Landwirtschaft übergegangen, und die mehrhundertjährigen Eichenbestände, wie sie z. B. noch im Spessart stehen, stellen ein riesiges Vermögen dar. Man kultiviert die Eiche als Hochwald mit 120–180jährigem Umtriebe oder als Oberholz des Mittelwaldes, daneben aber auch im Niederwaldbetrieb von meist 15–20jährigem Umtrieb als Eichenschälwälder zur Gewinnung von Eichenrinde.

Die malerische Gestalt alter Eichen, die als mächtige Riesen ihre Nachbarn weit überragen und mit ihren knorrigen Ästen Wind und Wetter Jahrhunderte hindurch Trotz geboten haben, lassen die Verehrung begreifen, die nicht nur die Deutschen, sondern auch andere Völker diesem Baume zollten. Schon in Homers Ilias heißt es, die Eiche sei dem Zeus geheiligt, und in der Ilias wird erzählt, daß man im ältesten griechischen Orakelsitze Dodona „den Willen des Göttervaters Zeus aus dem Rauschen einer hochwipfligen Eiche (drýs) höre.“ Auch in Italien war die Eiche dem Jupiter fulgurator, wie bei den Germanen dem Donnergotte Thor, geweiht, weil der Blitz mit Vorliebe in solche hochragende Eichen schlug, während er andere Bäume, wie beispielsweise die Buche, ganz verschonte. In heiligen Eichenhainen opferten die alten Kelten und Germanen und hielten dort ihre Opferschmäuse ab. Unter einer großen Eiche, der Mahleiche, versammelte sich die Sippe zu Beratungen, und, wie bei den Römern die Bürgerkrone (corona civica), die einem Bürger verliehen wurde, wenn er einen andern Bürger in der Schlacht gerettet hatte, aus Eichenlaub gewunden war, so war der Kranz aus Eichenlaub bei den alten Deutschen eine Auszeichnung, die heute noch in dauerhafter Nachahmung bei Freischießen an die besten Schützen verliehen wird. Auch bei den slavischen Volksstämmen hielt man die Eiche für heilig und gebrauchte nur Eichenholz zu Opferfeuern. Als dann das Christentum nach Deutschland und in die Länder der Ostsee drang, wurden zur Ausrottung der heidnischen Opfergebräuche viele alte heilige Eichen umgehauen. So soll insbesondere eine heilige Eiche bei Geismar in Hessen berühmt gewesen sein, die vom angelsächsischen Apostel der Deutschen, Bonifazius (eigentlich Winfried 680–755), gefällt wurde. Im Mittelalter spielte das Eichenlaub in der gotischen Ornamentik eine wichtige Rolle.

Die etwa 200 Eichenarten sind vorwiegend in Nordamerika und Westasien heimisch. Man unterscheidet bei ihnen je nach der Zeit der Fruchtreife zwei Hauptgruppen, nämlich Eichen mit im ersten Jahre reifenden Früchten und solche, deren Früchte erst im zweiten Jahre reifen. Erstere sind die verbreitesten, und unter ihnen unterscheidet man wiederum Arten mit im Herbst fallenden Blättern und immergrünen Blättern. Unter den altweltlichen Eichen mit im Herbst fallenden Blättern unterscheiden wir als nur ganz abgesprengte Posten der zahlreichen Eichenfamilie die beiden wichtigsten bei uns wachsenden Arten nach der Beschaffenheit der weiblichen Blüten als Stiel- und Traubeneiche, wenn diese, wie bei der letzteren, in kleinen traubenförmigen Knäueln dicht an der Spitze des neuen Triebes, oder, wie bei der ersteren, vereinzelt an einem besonderen Stiele sitzen. Die Stiel- oder Sommereiche (Quercus pedunculata) ist ein bis 57 m hoch werdender Baum mit kurzgestielten Blättern. Der Stamm ist während der ersten 50 Jahre glatt, bildet aber im höheren Alter eine rissige Borke. Die Krone ist nie dicht und wird von vielfach gekrümmten und geknickten Ästen und Zweigen gebildet. Die Pfahlwurzel dringt bis 2,5 m tief in den Boden, außerdem treibt der Stamm zahlreiche Seitenwurzeln, die ihn außerordentlich fest verankern. Am besten gedeiht die Stieleiche auf fruchtbarem, lockerem Auboden der Ebene, wächst aber noch in lehmigem, frischem Sandboden, während sie in höheren Lagen der Traubeneiche weicht. Sie findet sich in ganz Europa und Westasien, bildet in Ungarn und Kroatien ausgedehnte Wälder und im russischen Tiefland einen breiten Waldgürtel zwischen dem Finnischen Meerbusen und der Steppengrenze. Wie nach Norden geht sie im Osten über die Buche, doch nicht über den Ural hinaus. Sie fordert zur Belaubung eine etwas höhere Temperatur — nämlich 11–12 Grad Celsius — als die Buche, verliert aber im Herbst die Blätter erst, wenn die tägliche Wärme tiefer gesunken ist als zu Anfang der Vegetationsperiode. In den Alpen geht sie etwa bis 1000 m. In Deutschland kommen die schönsten, wenn auch niemals ganz reinen Stieleichenwälder in der fruchtbaren mitteldeutschen Ebene und am Niederrhein vor. Die Stieleiche wird bis 2000 Jahre alt und weist häufigere Samenjahre als die Buche auf. Ihr Holz hat sehr breite und dicke Markstrahlen, sogenannte Spiegel, d. h. Streifen, in denen die Gefäße radiär zum Mark verlaufen, ist sehr dauerhaft und dient in der Technik als sehr geschätztes Bau-, Nutz- und Werkholz. Besonders gern wird es zu Möbeln und Furnieren, und das Holz der slovenischen Stieleiche als bestes Faßholz verwendet. Unter Wasser wird es dunkler, fester, schwerer. Stämme, die sehr lange unter Wasser lagen, sind als Wasser- oder Mooreichenholz zur Herstellung von Möbeln sehr geschätzt. Man lagert deshalb auch absichtlich Eichenholz mehrere Jahre unter Wasser, beizt freilich auch frisches Eichenholz, um es dem Wassereichenholz ähnlich zu machen. Als Brenn- und Kohlenholz steht es dem Buchenholze etwas nach. Die Rinde wird wegen des großen Gehaltes an Gerbstoff als wichtiges Gerbmaterial benutzt. Aus demselben Grunde werden auch die infolge ihres Gerbstoffgehaltes zusammenziehend schmeckenden Eicheln zu Eichelkaffee und Eichelkakao verarbeitet. In der Kultur befinden sich zahlreiche Varietäten der Stieleiche.

Ihr gegenüber bleibt die Trauben- oder Wintereiche (Quercus sessiliflora), die man wegen ihres härteren Holzes auch als Steineiche bezeichnet, niedriger, gedrungener. Sie hat langgestielte Blätter, wird nur 30–40 m hoch, erreicht kein so hohes Alter und verbreitet sich nicht so weit nach Osten und Norden als die vorige, geht auch in unsern Gebirgen nicht über 700 m Höhe. Beide ertragen bis -31 Grad Celsius Kälte und öffnen zuletzt von unsern Waldbäumen die Knospen. Dabei entfalten sie gleichzeitig Blätter und Blüten, und zwar die Traubeneiche meist 10–14 Tage später als die Stieleiche. Auch von ihr werden mehrere Varietäten angepflanzt.

In Süddeutschland kommt vereinzelt die in Südeuropa heimische, östlich bis zum Kaspischen Meer reichende, in besonderem Formenreichtum in Ungarn und Siebenbürgen wachsende weichhaarige Eiche (Q. lanuginosa) vor, so genannt, weil ihre Blätter in der Jugend auf beiden Flächen grau behaart sind, später aber kahl werden. Sie bleibt kleiner als unsere Eichen. Noch kleiner, meist strauchartig, ist die in Rumelien, Griechenland, Cypern und Persien heimische Galleiche (Q. infectoria), die zu den Eichen mit im zweiten Jahre reifenden Früchten gehört. Sie ist sehr buschig, wird 2 m hoch und liefert an den kurzgestielten Blättern die durch die Gallwespe (Cynips gallae tinctoriae) erzeugten, 1,5–2,5 cm im Durchmesser haltenden Galläpfel, während die ihr sehr ähnliche südeuropäische Kermeseiche (Q. coccifera) in den durch die Kermesschildlaus (Coccus ilicis) hervorgerufenen erbsengroßen, braunroten, mit rotem Safte gefüllten Kermeskörnern einen ebenfalls wichtigen Handelsartikel erzeugt. Ihre Wurzelrinde wird wie die weniger wertvolle Stammrinde zum Gerben benutzt. Sie gehört zu den Eichen mit immergrünen Blättern, desgleichen die in den Küstenländern Südeuropas wachsende immergrüne Eiche (Q. ilex), die außer gutem Nutzholz eßbare Früchte hervorbringt. Sie ist die drýs der alten Griechen, eine Bezeichnung, die von drýssein einzäunen herrührt. Noch heute wird ihr Holz in Griechenland zum Umzäunen der Schäferhürden benutzt. Auch die Früchte der ebenfalls in den Mittelmeerländern heimischen langfrüchtigen Eiche (Q. ballota) und der Speiseeiche (Q. esculus) — der phēgós der alten Griechen von phágein essen — werden noch heute wie im Altertum roh und geröstet gegessen. Die Rinde dieser sparrigen, 2,5–3,8 m hohen Eichen wird gleicherweise zum Gerben benutzt.

Bedeutend wichtiger als diese ist die Korkeiche (Quercus suber), ein 10–12, höchstenfalls bei einem Stammdurchmesser von 0,8–1 m 16 m Höhe erreichender und etwa 200 Jahre alt werdender, immergrüner Baum des westlichen Teils des Mittelmeergebiets, der noch in Istrien und Thessalien, aber nicht mehr weiter östlich wild vorkommt. Die Nordgrenze seiner Verbreitung fällt mit der Linie einer mittleren Jahreswärme von +13,5 Grad Celsius zusammen. Er verlangt ein warmes oder doch gemäßigtes Klima; daher steigt er nirgends hoch ins Gebirge. In Spanien, Portugal und Südfrankreich wird er bis zu 500 m, in Algier und Marokko bis zu 1000 m Meereshöhe angetroffen. Ein lebhafter Luftwechsel und eine Fülle von Licht ist ihm sehr zuträglich, daher zieht er die Abhänge den Ebenen und die Küste dem Binnenlande vor. Dabei ist eine Südlage seinem Wachstum am günstigsten; doch hindert auch eine andere Lage sein Gedeihen durchaus nicht, vorausgesetzt, daß die übrigen Wachstumsbedingungen erfüllt sind. In wildem Zustande soll der Baum nach den Angaben eines erfahrenen französischen Forstmannes nur auf Granit- oder Schieferboden angetroffen werden. Tatsächlich bildet er auf solchem Boden die beste Rinde. Jedenfalls darf der Boden nicht kalkreich und nicht sumpfig oder gar brackig sein. Wie schon aus den klimatischen Verhältnissen seines Verbreitungsgebietes hervorgeht, stellt er in bezug auf Boden- und Luftfeuchtigkeit recht bescheidene Ansprüche, liefert aber auf feuchtem Boden eine für technische Zwecke unbrauchbare Rinde.