In Indien, wie auf Ceylon gibt es eine besondere Kaste von Einzelfängern, die mit wunderbarem Scharfsinn und großer Tapferkeit erwachsene Elefanten beschleichen, um ihnen die zuvor an einem starken Baum befestigte zähe Schlinge aus Hirsch- oder Büffelhaut um eines der Hinterbeine zu legen, sie so zu fangen und durch Hunger zur Zähmung mürbe zu machen. Überall in Südasien halten die Fürsten zahlreiche zahme Reitelefanten, die aus solchen Wildlingen gezähmt und zu nützlichen Tieren des Menschen dressiert wurden. Für feierliche Prunkaufzüge und zu Jagden auf den Königstiger, den Wildbüffel und andere gefährliche Tiere im Dschungel sind sie sehr beliebt und fast unentbehrlich. Für die feierlichen Prozessionen werden in den indischen Tempeln sogenannte Tempelelefanten gehalten. In Hinterindien werden sie besonders zum Transport von gefällten und zugehauenen Baumstämmen, besonders des Tiekholzes, verwendet, auch dienen sie dort und in Vorderindien zum Ziehen von Wagen und schweren Geschützen. Die Engländer haben ganze Batterien von Positionsartillerie, die mit Elefanten bespannt und sehr leistungsfähig sind. Denn trotz ihrer plumpen Gestalt entwickeln diese Tiere eine große Gewandtheit beim Erklimmen steiler Abhänge. Auch im Wasser sind sie außerordentlich gewandt wie wenige Landvierfüßler. Sie schwimmen zwar nicht eben schnell, legen in der Stunde vielleicht kaum 2 km zurück, können dafür aber 6 Stunden und darüber ohne zu ruhen fortschwimmen. Albinos von hellerer Färbung und roten Augen werden in Siam heilig gehalten und in einem kostbaren Stalle in der Hauptstadt vom Herrscher gefüttert. Der „weiße Elefant“ ist zum Wappentier jenes Reiches erhoben worden. Hat jemand einen solchen ausgekundschaftet, so wird er unter großem Aufwand des Hofes und der buddhistischen Priesterschaft gefangen und in einen besonderen Tempel nach der Hauptstadt Bangkok gebracht, wo er von den Gläubigen mit Leckerbissen gefüttert wird und ein sehr gutes Leben führt. Und wer der Untertanen ein solches heiliges Tier, dem hohe Ehren zuteil werden, auskundschaftet und dem Könige von Siam oder einem seiner Statthalter meldet, der wird von seinem Herrscher für diese Meldung wahrhaft königlich belohnt.

Etwas verschieden vom indischen ist der afrikanische Elefant (Elephas africanus), der sich auf den ersten Blick von jenem durch seine gewaltigen, in der Ruhelage die Schultern vollständig bedeckenden Ohren unterscheidet. Diese werden bei Erregung des Tieres mit ihren Flächen senkrecht zum Kopfe gestellt und geben dabei ihrem Träger ein höchst sonderbares Aussehen. Der afrikanische Elefant ist erwachsen größer und schwerer als der indische, hat einen krummen Karpfenrücken, einen ebenso kurzen aber gleichwohl sehr beweglichen Hals und 28 statt wie dieser 27 Schwanzwirbel, dennoch aber einen kürzeren Schwanz. Die Füße sind verhältnismäßig länger und dünner, dadurch ist der plumpe Körper höher gestellt. Die Schulterhöhe erreicht 4–5 m, das Gewicht bis 4000 kg und darüber. Am verhältnismäßig kleineren Kopfe ist die Stirne flacher, das Auge größer, der Rüssel kürzer, dünner und flach, dessen Haut auf der Oberseite in scharfe, nach vorn gerichtete Falten gelegt, die Spitze, statt mit nur einem fingerartigen Fortsatz am Vorderrand der Öffnung, mit zwei gleichgroßen Fortsätzen versehen, wovon der eine in der Mitte des Vorder-, der andere in der des Hinterrandes steht. Die Stoßzähne des afrikanischen Elefanten, die bei den Elefanten von Nord- und Ostabessinien zu fehlen oder wenigstens sehr klein zu sein scheinen, sonst aber nicht bloß beim Männchen, sondern auch beim Weibchen gut entwickelt sind, sind größer als die des indischen Elefanten. Während der, soviel man weiß, längste bekannte Stoßzahn eines indischen Elefanten 2,44 m Länge und ein Gewicht von 45 kg hatte, betrug die Länge eines der größten bekannt gewordenen Stoßzähne eines afrikanischen Elefanten 6,33 m und das Gewicht 82,5 kg. Durchschnittlich beträgt das Gewicht der beiden Stoßzähne eines ausgewachsenen männlichen afrikanischen Elefanten nur 70 kg. Im Jahre 1874 wurde jedoch in London ein einzelner Stoßzahn verkauft, der 94 kg wog. Doch sind nach Schillings Zähne von über 50 kg Gewicht selten. Solche stammen dann stets von Männchen, während Weibchen selten schwerere als 15 bis im Maximum 20 kg Gewicht besitzen. Ein Unikum waren nach demselben Autor die im Jahre 1898 von einem gewerbsmäßigen schwarzen Elefantenjäger am Kilimandscharo gewonnenen Zähne eines schon fast greisenhaften Bullen, die zusammen etwa 225 kg gewogen haben sollen. Beide Zähne gelangten auf den Elfenbeinmarkt in Sansibar und wurden nach Amerika verkauft.

Wie die Stoßzähne sind auch die Backenzähne des afrikanischen Elefanten gewaltiger als diejenigen des indischen Verwandten, weil dessen Nahrung viel gröber und härter ist und viel größere Anforderungen an das Gebiß stellt. Unter ihnen ist der erste aus 3, der zweite aus 6, der dritte gleich dem vierten aus 7, der fünfte aus 8 und der sechste und letzte aus 10 Platten zusammengesetzt, die sich von dem die Backenzähne des indischen Elefanten zusammensetzenden Platten durch ihren auf der Kaufläche sichtbaren rautenförmigen Querschnitt unterscheiden. Zudem ist der Körper des afrikanischen Elefanten kräftiger behaart und die Färbung eine dunklere als bei jenem. Während die Vorderfüße 5 Hufe tragen, besitzen die Hinterfüße nicht 4 wie beim indischen, sondern bloß 3 Hufe.

Der afrikanische Elefant ist stärker und lebendiger als sein indischer Vetter. Seine Bewegungen sind rascher und beim Erklimmen abschüssiger Hänge zeigt er sich ebenso geschickt. Er steigt am Kilimandscharo bis zu 3000 m und im Hochland von Abessinien bis 2400 m empor, ist kein so ausschließliches Waldtier wie sein indischer Gattungsgenosse, findet sich im Sudan oft sehr weit vom Walde entfernt auf trockenen, mit verdorrtem Grase bestandenen Ebenen und erträgt die Hitze viel besser als jener. Nach C. G. Schillings ist sein eigentlicher Aufenthaltsort nicht der schattige, kühle Hochwald, sondern vielmehr da, wo er sich nicht allzusehr verfolgt weiß, und namentlich in der Regenzeit die Baumsteppe, sonst aber die dichten Bestände von außerordentlich hohem Gras und schilfbestandene Flußufer. Seine Nahrung besteht nie aus Gräsern — nur Prof. Volkens hat in Höhenlagen zwischen 2000 und 3000 m am Kilimandscharo Reste von Schilf in den Elefantenlosungen gefunden — sondern ausschließlich aus Baumzweigen, Rinden und Früchten aller Art. Baumzweige, die er in der Dicke des Handgelenks eines Mannes abreißt, durchkaut er und speit die holzigen Fasern wieder aus, während er den nahrhaften weichen Bast hinunterschluckt. In den Mimosenwäldern entwurzelt er mit Hilfe seiner Stoßzähne die meist nur 5–6 m hohen Bäume, um deren Rinde und Zweige, auch die Wurzeln, weniger die Blätter zu fressen. Der vorgenannte Schillings hat beobachtet, daß er mit Vorliebe mehrere Arten von Sanseverien aufnimmt, deren ausgekaute Stengel er aber wieder fallen läßt, so daß sie, von der Sonne bald weiß gebleicht, weithin auf dem Steppenboden sichtbar sind. Da sie einen erheblichen Wassergehalt besitzen, dienen sie ihm als einen, wenn auch notdürftigen Ersatz für das dort weithin fehlende Wasser. In Südost- und Südafrika benutzt er seine Stoßzähne gern zum Ausgraben von Wurzelknollen und Zwiebeln. Man sieht dort große Strecken des sandigen Bodens von ihnen gleichsam umgepflügt.

Der afrikanische Elefant scheint gleicherweise wie sein indischer Verwandter ein ziemlich starkes Wasserbedürfnis zu haben und trinkt täglich wenigstens einmal. Im Gegensatz zu jenem schläft er nie am Boden liegend, sondern stets nur stehend, in schattigen Hainen verborgen, und zwar während der heißesten Stunden des Tages. Gewöhnlich lebt er nur in kleinen, aus je einer Familie, und zwar aus jungen Männchen, Weibchen und Kälbern bestehenden Gesellschaften. Die alten Männchen leben einzeln, paarweise oder in kleinen Gesellschaften für sich, scheinen sich aber bei Wanderungen den übrigen Tieren anzuschließen. Solche Wanderungen, wozu sich gelegentlich Hunderte von Elefanten in kleinen Trupps zusammenfinden, scheinen vorwiegend aus Nahrungsmangel, dann auch zur Erlangung einer zu gewissen Zeiten reifenden Nahrung unternommen zu werden. Während Gesicht und Gehör verhältnismäßig schlecht entwickelt sind, ist sein Geruch fast noch besser als bei seinem indischen Verwandten ausgebildet. So kann er bei günstigem Winde einen Menschen schon aus sehr weiter Entfernung wahrnehmen und läuft dann erschreckt in größter Eile davon, um manchmal erst nach etlichen Stunden haltzumachen. Gern stellt sich der europäische Jäger bei der Elefantentränke auf den Anstand, um das vorsichtige Wild zu erlegen. Wo sich aber keine Gelegenheit dazu bietet, schießt er den Elefanten auch gern vom Pferde. Im ganzen ist aber die Jagd auf den afrikanischen Elefanten nicht bloß schwieriger, sondern auch gefährlicher als diejenige auf den indischen, da dieses Tier entschieden wilder und mehr zu einem Angriff geneigt ist als jener; und zwar scheinen die alten Weibchen gefährlicher als die Männchen zu sein und nicht selten sogar ungereizt anzugreifen.

Vor der Einführung der Feuerwaffen wurden die Elefanten in manchen Teilen Afrikas, besonders im Süden und Südosten, nur selten angegriffen. Nur gelegentlich taten sich die Eingeborenen zusammen, um sie vor dem Winde anzugreifen und sie durch Hunderte von Speerwürfen und den dadurch verursachten Blutverlust allmählich zu Tode zu quälen. Durch Speerwürfe tötet man auch in Mittelafrika die in Fallgruben, manchmal zu zweien gefangenen Elefanten. War das 3–4 m hohe Gras der Steppe während der heißen Jahreszeit so trocken geworden, daß es, angezündet, lichterloh brannte, umgab man auch gern eine dazu ersehene kleine Elefantenherde mit einem etliche Kilometer im Durchmesser haltenden Kreise von Feuer, dessen Inneres sich durch die Ausdehnung des Feuers allmählich verkleinerte und schließlich die Elefanten, die von der Angst getrieben bald dahin, bald dorthin zu entfliehen suchten, sich aber nach allen Seiten vom Feuer umgeben sahen, auf einem kleinen Fleck vereinigte. Dann stürzten sich die von prasselnden Flammen und Tausenden wild schreienden Eingeborenen umgebenen, durch gesteigerte Furcht sinnlos gewordenen Tiere, halberstickt durch den dicken Rauch, verzweifelt durch das Feuer, an dessen Außenrand sie, verbrannt und geblendet, unbarmherzig von den Speeren der blutdürstigen Wilden empfangen wurden. Hundert und mehr der großen Tiere sollen früher gelegentlich bei einer einzigen solchen Jagd getötet worden sein. Viele Eingeborenenstämme betrieben die Elefantenjagd auch aus dem Hinterhalte mit vergifteten Pfeilen. Andere, besonders in Westafrika, flochten aus armdicken holzigen Schlingpflanzen ein netzartiges Gehege um einen bestimmten Waldbezirk und jagten die Elefantenherden hinein. Wenn nun die Tiere unschlüssig vor dem verschlungenen Zaun aus Rankenwerk stehen blieben, so schleuderten die Neger von den benachbarten Bäumen, auf denen sie sich postiert hatten, hunderte von Lanzen in den Leib der stärksten und größten Tiere, bis diese schließlich, vom Blutverlust geschwächt, zusammenbrachen. Gebräuchlicher war es indessen bei derartigen Waldjagden, ein solches Zaunwerk in weitem Halbkreise herzurichten und die zufällig hineingegangenen oder hineingetriebenen Elefanten möglichst schnell vollständig zu umhegen. Ringsum wurden dann Wachen aufgestellt und Feuer angezündet, um die der Umzäunung sich nähernden Tiere zurückzuscheuchen. Obwohl selbst der kleinste Elefant die lockere und schwache Einhegung ohne weiteres durchbrechen und den schlecht bewaffneten Eingeborenen entrinnen könnte, wagen die gefangenen doch nicht zu entfliehen. Sie werden dann von den geduldig um sie herumlagernden und zuwartenden Jägern zu Tode gehungert, gespeert und im Zustande äußerster Entkräftung endlich umgebracht. Ihr Fleisch wird als Leckerbissen gern gegessen und das gewonnene Elfenbein zu allerlei Schmuck verarbeitet.

Die Hamram-Araber des Sudan pflegen die Elefanten zu Pferd zu jagen. Drei oder vier berittene Jäger trennen dabei einen Stoßzahnträger von seinen Genossen und folgen ihm so lange, bis das ermüdete Tier sich gegen den Jäger wendet, der sofort davongaloppiert und von dem dicht hinter ihm herlaufenden Elefanten verfolgt wird. Diesem aber reiten zwei andere Jäger so schnell sie können nach. Haben sie den Elefanten erreicht, so ergreift der eine die Zügel des Pferdes seines Genossen. Der andere springt sofort ab und durchschneidet flink mit einem einzigen Hiebe seines großen Schwertes die Achillessehne des Elefanten, wodurch das zum Gehen auf drei Beinen unfähige gewaltige Tier sofort zum Stehen gebracht und seinen Angreifern überantwortet wird. In ähnlicher Weise pflegten die Eingeborenen Maschonalands früher Elefanten zu jagen, nur daß sie zu Fuß waren und anstatt des Schwerts eine breite Axt gebrauchten. Mit dieser schlichen sie sich an den schlafenden Elefanten hinan, um eine seiner Achillessehnen zu durchhauen. Bei andern Eingeborenenstämmen im Stromgebiet des Sambesi ist es üblich, dem Elefanten von einem über einen seiner am häufigsten benutzten Pfade hängenden Baumast aus einen mit einem Holzklotz beschwerten starken Speer in den Rücken zu stoßen. Der damit getroffene Elefant rast, den schweren Speer im Rücken, davon, stößt damit an verschiedene Äste und Zweige an, vergrößert dadurch die schon allein durch das Gewicht des Speeres immer tiefer werdende Wunde und sinkt, vom Blutverlust erschöpft, schließlich zu Boden, wo ihm die in angemessener Entfernung insgeheim nachfolgenden Wilden den Garaus machen, sich an seinem Fleisch, das sie sehr lieben, sättigen und ihn der auch von ihnen zur Herstellung von allerlei Schmuck geschätzten Stoßzähne berauben. Anderswo, z. B. in gewissen Gebieten von Äquatoria, erbeutet man den Elefanten vermittelst eines aufgehängten beschwerten Fallspeers, der, falls die durch den Tritt des unter dem Speer hindurchgehenden Elefanten in Tätigkeit gesetzte Fallvorrichtung gut gerichtet ist, zwischen Schädel und Halswirbelsäule eindringt, den hier gelegenen Teil des Zentralnervensystems durchschneidet und den wie vom Blitz getroffenen Elefanten sofort im Todeskampfe zu Boden sinken läßt.

Während sich die Eingeborenen Afrikas ganz gut auf die Jagd des Elefanten verstehen, wissen diese zur Zähmung von Tieren überhaupt ungeschickten Leute den Elefanten weder zu fangen, noch gar abzurichten. Der Fang der afrikanischen Elefanten kann aber schließlich nicht viel schwerer sein als der des seit uralten Zeiten als Arbeitstier gebrauchten indischen, und nach dem Benehmen gefangener Elefanten, z. B. des großen Jumbo im Londoner Zoologischen Garten, zu urteilen, sind sie ebenso leicht zähmbar und nicht minder gelehrig als ihre indischen Vettern. So wissen wir, daß die nordafrikanischen Kulturvölker des Altertums den einheimischen Elefanten ebenso zähmten wie die Indier den ihrigen, und daß die Karthager zweifellos solche afrikanische Elefanten auf ihren Kriegszügen benützten. So dürfen wir auch annehmen, daß die 37 Kriegselefanten, die der berühmte karthagische Feldherr Hannibal im zweiten punischen Kriege im Sommer 218 v. Chr. von Spanien aus über die Pyrenäen und Alpen nach Norditalien führte, solche Afrikaner waren.

Früher war das Verbreitungsgebiet des afrikanischen Elefanten ein sehr viel größeres als heute, da er auf den südlich von der Wüste Sahara gelegenen Teil von Afrika beschränkt ist und auch hier durch die unsinnigen Verfolgungen von seiten der Elfenbeinjäger an vielen Orten ausgerottet wurde. Er kam im Altertum außer in ganz Nordafrika auch in Westasien und Südeuropa, besonders auf Sizilien und Spanien vor. Wir wissen aus sicher datierbaren geschichtlichen Urkunden, daß er in manchen Gebieten Westasiens bis ums Jahr 1000 v. Chr. gejagt wurde. So melden uns die Königsannalen im Allerheiligsten des Ammontempels zu Karnak, der einstigen ägyptischen Hauptstadt Theben, daß König Thutmosis III. (1480–1447), der seine Eroberungszüge bis weit nach Vorderasien ausdehnte, im Lande Naharina, d. h. Stromland (zwischen den Oberläufen von Euphrat und Tigris) bei der Stadt Nij am Euphrat unterhalb von Karkemisch nicht weniger als 120 Elefanten erlegte. Dabei geriet allerdings der Pharao selbst einmal in Lebensgefahr, indem eines der Tiere wütend gegen ihn eindrang und ihn wohl zweifellos zerstampft hätte, wenn nicht der Feldhauptmann Amenemhab seinem Gebieter zu Hilfe geeilt wäre und dem Angreifer mit dem Schwerte den Rüssel abgehauen hätte. Später hat auch der mächtige assyrische König Tiglathpileser I. noch ums Jahr 1120 v. Chr., wie er uns auf Inschriften meldet, in derselben westlich von Assyrien gelegenen Landschaft der Elefantenjagd obgelegen.

Einst gab es auch im Nilland selbst Elefanten, wie wir aus der einen solchen darstellenden Hieroglyphe ab entnehmen können. Früher wurde aber dieses Tier durch die immer dichter sich ansiedelnden Menschen aus dem Niltale verdrängt. Man jagte es damals schon fast ausschließlich zur Erlangung des Elfenbeins, das seit der vorgeschichtlichen Zeit als Ausgangsmaterial für allerlei Schmuck und Geräte wie in Asien, so auch in Afrika eine große Rolle spielte. Um es zu gewinnen, jagte man erbarmungslos die sonst so gutmütigen und friedlich beisammenlebenden Tiere, so daß der Elefant weithin ausgerottet wurde. Heute ist er auch aus ganz Südafrika verschwunden, wo er einst ebenfalls sehr häufig war. In den weniger besuchten Gegenden von Matebeleland, von Nordostmaschonaland und in den undurchdringlichen Urwäldern der Küstenniederungen an der Sofalabucht leben zwar noch einige zerstreute Elefantenherden; sonst gibt es südwärts vom Sambesi heute keine Elefanten mehr. An der Westseite von Südafrika mag es vielleicht in dem dem Kunene und Okawango benachbarten äußersten Nordosten von Owamboland noch etliche Elefanten geben, aber höchstens Männchen ohne Stoßzähne oder Weibchen. Die letzte Elefantenherde am Botlebi und am Ngamisee wurde 1889 von den Betschuanen völlig vernichtet, und die im Anfang der 1890er Jahre noch ziemlich zahlreich zwischen den Flüssen Sambesi und Chobi lebenden Elefanten mögen gegenwärtig schon alle oder doch der Hauptsache nach den Angriffen der Barotse erlegen sein. In Ostafrika sind Elefanten am Kilimandscharo noch ziemlich häufig. Am längsten mögen sie sich in etlichen Gegenden von Innerafrika halten. Aber wenn keine wirksamen Gesetze zum Schutze der freilebenden afrikanischen Elefanten erlassen werden, wird man schließlich nur noch hier und da einige von Regierungs wegen geschützte Elefantenherden treffen, wie es heute schon etliche im östlichen Kaplande gibt. Dort ist es den Behörden dank scharfer Erlasse seit dem Jahre 1830 gelungen, in den Zitzikamma- und Knysnawäldern einige solche zu erhalten. Die fortschreitende Inzucht wird dann dafür sorgen, daß dieser ehrwürdige Riese vielleicht noch vor Ende des begonnenen Jahrhunderts ganz ausgerottet sein wird.