Die Wale sind ins Wasser gegangene und dementsprechend umgestaltete Huftiere, wie die Seekühe ins Wasser gegangene Elefantenverwandte und die Robben ins Wasser gegangene Raubtiere sind. Im Gegensatz zu den durch Kiemen atmenden Fischen haben die durch Lungen atmenden Wale als mächtiges Auftriebswerkzeug zum regelmäßigen Emporsteigen an die Oberfläche des Wassers zum Luftatmen eine wagrechtstehende Schwanzflosse ausgebildet und fehlt bei ihnen, weil als Wärmeschutz des Körpers überflüssig, das bis auf wenige Borsten an Kinn und Oberlippe aufgegebene Haarkleid der Säugetiere. Zur raschen Bewegung im Wasser wurde der Hals unterdrückt und wurden die sieben Halswirbel zu schmalen, platten Scheiben zusammengepreßt, die vielfach noch untereinander verwachsen sind. Vom Schultergürtel ist nur noch das Schulterblatt vorhanden, während die vorderen Gliedmaßen mit einer Überzahl von Fingern zu Steuerflossen verändert wurden. Von den hinteren Gliedmaßen sind nur noch im Fleisch verborgene Rudimente vorhanden. Die markhöhlenlosen Knochen sind mit Fett erfüllt. Am Schädel ist der Hirnteil ausnehmend klein, doch ist die Intelligenz der Wale nicht so gering, wie man vermuten könnte. Die Sinnesorgane sind nicht besonders entwickelt, das Gesicht ist schlecht, das Gehör ziemlich gut, der Geruch vollkommen fehlend. Die auf dem höchsten Teile des Kopfes ausmündende Nase ist nur ein Luftkanal, der unten in den fest verschließbaren Kehlkopf mündet und die während des langen Schwimmens unter Wasser in den Lungen zurückgehaltene körperwarme Atmungsluft mit großer Gewalt nach außen schleudert. Diese ist mit Feuchtigkeit gesättigt und verdichtet sich in der kalten Atmosphäre der nordischen Meere zu einer Art Dampfstrahl. Das ist das sogenannte „Spritzen“ der Wale. Der mehrfache Magen deutet auf Huftierverwandtschaft. Das Blutgefäßsystem zeichnet sich durch häufige Auflösung der größeren Blutgefäße in sogenannte Wundernetze aus, die offenbar den chemischen Atmungsprozeß, d. h. die Abgabe von Sauerstoff und Aufnahme von Kohlensäure seitens des Blutes, verlangsamen und so den Tieren langes Anhalten des Atems und damit langes Tauchen ermöglichen. Besonders an Herz- und Lungenschlagader finden sich sackförmige Blutbehälter, in welchen sich sowohl arterielles als venöses Blut ansammeln kann. So können große Wale 10–20 Minuten, bei Verfolgung sogar bis eine Stunde unter Wasser bleiben. Die Brutpflege ist dem Wasserleben angepaßt. Die Milchdrüsen liegen in Vertiefungen zu beiden Seiten der Geschlechtsöffnung und die Milch wird dem Jungen, das meist in einer wenig tiefen Bucht sehr hoch entwickelt geboren wird und sogleich der Mutter folgt, durch den Druck eines besonderen Muskels ins Maul gespritzt, sobald es dieses in die erwähnte Vertiefung hineinstreckt. Wie die Tragzeit bei den größeren Arten bis auf zwei Jahre geht, ist die Säugezeit auf mindestens ein Jahr anzunehmen. Dabei wird das Junge von der um es sehr besorgten Mutter unter Nichtachtung ihres eigenen Lebens verteidigt.

Die Wale kommen in allen Meeren vor, leben gesellig in sogenannten „Schulen“ und machen, ihrer Lieblingsbeute nachziehend, weite Wanderungen. Während sie früher nicht selten waren, sind sie heute nur noch in geringen Resten vorhanden, was jeder Naturfreund in hohem Maße bedauern muß. Allerdings werden nicht alle Walarten gewerbsmäßig verfolgt, sondern nur alle diejenigen, bei denen der Wert der Ausbeute die Gefahr und Mühe des Fangens und die Kosten der Ausrüstung aufwiegt. Nur beim Küstenfang, der bloß gelegentlich betrieben wird, und zwar wenn eben Wale an den Küsten erscheinen, ist man nicht besonders wählerisch; dann muß die Masse es bringen, wie man zu sagen pflegt. Dabei werden auch kleinere Walarten oft zu Hunderten vermittelst Booten in seichte Buchten getrieben und dort jämmerlich abgeschlachtet. Den Menschen kommt hierbei zustatten, daß die Wale sich leicht durch den Lärm anrückender Boote aufscheuchen und sich in ihrer Verwirrung auf den Strand treiben lassen. Brechen aber erst einige durch die Linie der Boote hindurch, so folgt ihnen unaufhaltsam in geschlossener Masse die ganze Schule und die Menschen haben das Nachsehen. Große Wale dagegen kommen selten der Küste so nahe, daß sie sich auf den Strand treiben lassen; sie müssen kunstgerecht verfolgt und erlegt werden, was früher mit Harpunen geschah, jetzt aber mit aus kleinen Kanonen gefeuerten Granaten mit Widerhaken an etwa 700 m langem, glatt geöltem, ungemein leicht ablaufendem Tau geschieht. Sobald das aus der kleinen, beweglichen Harpunenkanone gefeuerte Stahlgeschoß tief in den Körper des Wales gedrungen ist, explodiert es daselbst, wobei ein zweiter dumpfklingender Schuß ertönt. Dies tötet den Wal meist augenblicklich. Sollte dies nicht der Fall sein und der Wal zu entfliehen versuchen, so spreizen sich beim Anziehen des Harpunentaues die beweglichen Widerhaken der Granate und halten ihn am leicht ablaufenden Taue fest. Vom Blutverlust und vom Ziehen des schweren Schiffes ermattet der Wal bald, stirbt und wird an Bord gezogen, um schon hier oder später am Lande zerlegt zu werden. Im ersteren Falle wird der Körper durch eine starke, vom Vordersteven aus um die Schwanzwurzel geschlungene Kette längsseit mit dem Kopf nach hinten festgelegt und die Speckhülle in Längsstreifen abgelöst, wobei ein Teil der Mannschaft von einem vom Bord herabgelassenen Hängegerüst aus mit scharfen, langgestielten Spaten arbeitet. Ein anderer Teil schneidet die an Bord gehißten Speckstreifen klein und bedient die großen Trankessel, die nur anfangs mit Holz, später mit den Grieben des ausgelassenen Specks geheizt werden. Der so gewonnene Tran wird in Fässer gefüllt und diese werden dann in mehreren Lagen im Schiffsraum verstaut. Ebenso wird das wertvolle Fischbein losgelöst und im Schiff aufgestapelt, um später zu sehr guten Preisen verkauft zu werden.

Die ersten Nachrichten über den Walfang stammen aus dem 9. Jahrhundert von Angelsachsen und Isländern; doch beschränkte man sich damals wesentlich auf den gelegentlichen Küstenfang. Erst seit dem 13. Jahrhundert begannen die Basken als kühne Seefahrer besonders die großen Bartenwale mit eigens zu diesem Zweck ausgerüsteten Schiffen bis nach Grönland hin zu verfolgen. Als mit ihrem politischen Niedergang auch ihre Seeschiffahrt aufhörte, traten besonders holländische, später auch britische Walfänger an ihre Stelle und machten ungeheure Beute. In der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts sandten die Holländer in manchen Jahren etwa 260 Schiffe mit 14000 Seeleuten auf den Walfang aus. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gesellten sich zu ihnen die Engländer in namhaften Kontingenten, so daß die Zahl der Fangschiffe in die Tausende, die der getöteten Wale in die Zehntausende und der Gesamterlös aus diesen in die Hunderte von Millionen ging. Um auch sein Volk an diesem großen Gewinn zu beteiligen, ließ Friedrich der Große gegen das Ende seiner Regierungszeit ebenfalls Walfänger ausrüsten. Doch war damals die goldene Zeit des Walfanges schon vorbei. Im 19. Jahrhundert verringerte sich die Zahl der erbeuteten Wale dermaßen, daß man schon in die entlegensten Gebiete des hohen Nordens und Südens fahren mußte, um überhaupt noch Beute zu machen. Gegenwärtig sind die Nordamerikaner die wichtigsten Waljäger, die auch die Südpolarwelt nach den so geschätzten Tranlieferanten absuchen und noch einigermaßen gute Geschäfte machen, bis auch ihnen einmal durch gänzliche Ausrottung dieser Meeresriesen das Geschäft unmöglich gemacht wird.

Unter allen Walen ist der 18–20 m lang werdende, schwarz gefärbte Grönlandwal (Balaena mysticetus) einer der gesuchtesten, da er 130–200, manchmal sogar 280 Faß Tran und 500–1500 kg dunkles Fischbein in mehr als 380 in der Mitte 3–4 m lang werdenden Platten liefert. Letztere sind sehr geschätzt und kosteten schon 1881 22000 Mark die 1000 kg, heute aber über 56000 Mark. Je nach der Größe repräsentiert dieser Wal einen Wert von 20000 bis 40000 Mark, so daß man begreift, daß er ein sehr gesuchtes Beutetier ist. Er schwimmt in kleinen Gesellschaften den seine Nahrung bildenden Ruderschnecken des Nordens nach, sammelt sich im Herbst in größeren Schulen, um nach Süden zu ziehen, wo er den Winter über verbleibt. Nach der Schätzung Sachkundiger legt er beim gewöhnlichen Schwimmen durchschnittlich 8 km in der Stunde zurück, kann sich aber bei Verwundung mit mehr als doppelter Geschwindigkeit fortbewegen. Verwundet bleibt er bis zu 50 Minuten lang unter Wasser, während er sonst alle 12–15 Minuten zum Atemholen an die Oberfläche kommt. So plump auch sein Leib erscheint, so rasch und geschickt sind seine Bewegungen. Von Natur ist er sehr friedfertig, ja äußerst furchtsam, so daß er die Boote seiner Verfolger nie angreift. Im Frühjahr bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 14 Monaten ein einziges, selten zwei Junge zur Welt, die ein Jahr lang gesäugt werden, wobei sich die Alte etwas zur Seite neigt, um ihnen die Zitze darzubieten. Das Wachstum geht sehr rasch vor sich, so daß das Junge bereits während der Saugzeit eine Länge von 6 m bei einem Umfange von 4 m und ein Gewicht von 6000 kg erreicht.

Im nördlichen Stillen Ozean ist der wichtigste Bartenwal der Grauwal (Rhachianectes glaucus), der im männlichen Geschlecht 11–13, im weiblichen 12–14 m lang wird, oben bläulichgrau, unten fast weiß ist und nur 45 cm lange, spröde gelbe Barten besitzt. Auch er ist infolge der eifrigen Verfolgung sehr selten geworden, so daß er in Gefahr schwebt, ausgerottet zu werden. Der einst auch im Norden sowohl des Stillen als des Atlantischen Ozeans verbreitete Südwal (Balaena australis) kommt im eigentlichen südlichen Eismeer nicht mehr vor. Er war der wichtigste Transpender der baskischen Walfänger, bis er zu Ende des 16. Jahrhunderts bei uns so selten geworden war, daß diese sich dem Fange des wertvolleren Grönlandwales zuwandten.

Weit öfter als diese und besonders der Grönlandwal wird der plumpe Buckelwal (Megaptera longimana) in Schulen angetroffen. Dieser oben schwarze, unten aber dunkelaschfarbene Wal von bis 15 m Länge, mit kurzen, breiten Barten, die grob sind und wenig federn, kommt zu beiden Seiten des Äquators bis zum nördlichen und südlichen Eismeer vor und hat seinen Namen von einer buckelartigen Erhebung auf dem hinteren Teil des Rückens, die eine kleine Rückenflosse trägt. Die bis 4,3 m langen Brustflossen haben ihm den Namen Langflossenwal eingetragen. Er bewegt sich meist sehr lebhaft, wird aber nicht selten an ruhigen, sonnigen Tagen schlafend an der spiegelnden Meeresoberfläche angetroffen. Das Buckelwalweibchen wirft oft zwei Junge und hat, auch wenn es nur eines besitzt, nach der langen Säugezeit kaum mehr Speck. Überhaupt liefert mancher Buckelwal nur 8–10 Faß Tran, während fette deren bis 75 Faß liefern.

Weit größere Kehlhautfurchen als die Buckelwale besitzen die Finnwale, Tiere, die ihren Namen von einer kleinen, sichelförmigen, weit hinten auf dem Rücken stehenden Rückenfinne oder Rückenflosse haben. Diese schlanken Tiere mit flachem, zugespitztem, 1⁄5–1⁄4 der Gesamtlänge einnehmendem Kopf haben nur kleine, schmale, bloß vier Finger in sich bergende Brustflossen und kurze Barten mit grobem Fischbein. Die Mitglieder der in allen Meeren vertretenen Gattung waren früher, solange die echten Wale noch häufiger waren, weniger zahlreichen Verfolgungen durch Walfänger ausgesetzt, da sie sich schneller bewegen und schwerer zu töten sind, zudem weniger Speck und nur ein schlechtes Fischbein liefern. Auf der Nordhalbkugel leben vier Arten, nämlich der selten über 20 m, meist nur 18–19,5 m lange gemeine Finnwal oder Rorqual (Balaenoptera musculus), der oben schiefergrau und unten weiß gefärbt ist und wie der vorige hauptsächlich Fische frißt. Er wird nicht selten in Scharen von 10–20 Stück angetroffen, spielt gern um fahrende Schiffe herum und wird im Schwimmen an Geschwindigkeit und Kraft nur vom Riesenfinnwal (B. sibbaldi) übertroffen, der bis zu 26 m lang wird und bei dieser Länge etwa 90 Fässer Tran liefert. Er besitzt lange Kiefer und große Brustflossen, entwickelt mit seiner mächtigen Schwanzflosse eine unvergleichliche Kraft und treibt beim Ausatmen seinen wasserdampfgesättigten Hauch höher als die anderen Walarten. Schiffen folgt er manchmal auf weite Entfernungen, ist aber weniger kühn als der gemeine Finnwal. Im Frühling zieht er nordwärts und im Herbst südwärts.

Nicht wie diese von Fischen, sondern ausschließlich von kleinen Krebsen lebt Rudolphi’s Finnwal (B. borealis), der bis 16 m lang wird und auf bläulichschwarzem Grunde längliche weiße Flecken aufweist. Er atmet geräuschloser als seine Artgenossen und macht beim Auftauchen statt 5–6 Atemzügen deren nur 1–2. Auch er wird eifrig verfolgt, obschon er nur halb so viel wert ist als der gemeine Finnwal, nämlich nur etwa 700 Mark, und bloß 15–30 Fässer Tran liefert. Der kleinste Finnwal ist der durch seine zugespitzte Schnauze ausgezeichnete Schnabelwal (B. rostrata), der selten über 10 m lang wird. Er ist oben grauschwarz, unten weiß und hat nahezu weißes Fischbein. Er wird in den nördlichen Meeren beider Erdhälften noch ziemlich häufig gefunden, fühlt sich ganz wohl zwischen Eisschollen und wird meist allein, selten paarweise angetroffen. Er besucht gern die Fjorde und Buchten Norwegens, in denen er mit Netzen gefangen und daraufhin mit Speeren getötet wird.

Zu den Zahnwalen gehört als deren von den Walfängern gesuchtester Vertreter der über alle wärmeren Meere verbreitete, im nördlichen oder südlichen Eismeer fehlende Potwal (Physeter macrocephalus). An Größe steht er nur einigen der längsten Bartenwale nach. Die Männchen erreichen 17–18 m Länge, während die schlankeren Weibchen bedeutend kleiner bleiben. Früher sollen gelegentlich Männchen von 24 m Länge gefangen worden sein, die bis 100–120 Fässer Tran lieferten. Außer diesem gewinnt man von ihm noch das sogenannte Walrat oder Spermaceti, ein wasserhelles Öl, das sich vornehmlich im Kopfe des Tieres, dann in einer bis zum Schwanze verlaufenden Röhre und in vielen kleinen, in Fleisch und Fett zerstreuten Säckchen gefunden wird, in der Kälte gerinnt und dann eine weiße Färbung annimmt. Das grobfaserige Fleisch wird von vielen dicken Sehnen durchflochten. Der große Rachen geht fast bis zum Auge und trägt eine Reihe wurzelloser, kegelförmiger Zähne von wechselnder Zahl, weil manche ausfallen und im höheren Alter nicht mehr ersetzt werden. Die Zunge ist mit ihrer ganzen Unterseite am Grunde des Unterkiefers festgewachsen; der Magen ist vierteilig. Gewöhnlich trifft man den Potwal in Gesellschaften an, die 20–30 Stück verschiedenen Alters und Geschlechts unter Anführung von alten Männchen vereinigen. Gern treibt er sich in der Nähe von Steilküsten umher, meidet aber ängstlich die ihm so gefährlichen Untiefen, obwohl er auch dort gelegentlich angetroffen wird. Beim ruhigen Schwimmen gleitet er leicht unter der Oberfläche dahin, bei schnellerem dagegen schlägt er so heftig mit dem Schwanz auf und nieder, daß sein Kopf bald tief untersinkt, bald hoch emportaucht. Gar nicht selten stellt er sich senkrecht ins Wasser, was andere Wale kaum je tun. Er soll in einer Stunde 20–24 km weit schwimmen können. Seine Hauptnahrung bilden große, in ziemlicher Tiefe lebende Kopffüßler, die wir teilweise nur aus Potfischmägen kennen. Von diesen Tintenfischen bildet sich in seinen Gedärmen eine immer eine Anzahl von Krakenschnäbeln aufweisende wachsartige, leichte Masse von verschiedener Färbung, die einen höchst angenehmen Geruch besitzt, durch Kochen sich in ein Öl umwandeln und bei großer Hitze verflüchtigen läßt. Es ist dies der einst als Arznei sehr gesuchte Amber, der heute nur noch in der Parfümerie eine große Rolle spielt. Viel häufiger als aus dem Leibe des Potwals gewinnt man ihn durch Auffischen im Meere, wo man ihn in oft sehr großen Klumpen von bis 90 kg Gewicht antrifft. Außer Tran, Walrat und Amber finden auch die Zähne des Potwals Verwendung. Sie sind zwar im Innern etwas gelblich, doch sehr fest und dienen zur Herstellung von Knöpfen und Spielmarken. 1 kg derselben wird mit 5–8 Mark bezahlt.

Bei der Vielseitigkeit seiner Nutzstoffe ist es kein Wunder, daß diesem Ungeheuer schon lange eifrig nachgestellt wird, obschon er der wehrhafteste aller Wale ist und verwundet ohne Scheu die größten Schiffe angreift, auch nicht selten kleinere Segler und Kutter zum Kentern bringt und die Menschen durch seinen ungestümen Angriff gefährdet. Im vergangenen Jahrhundert haben ihn besonders Engländer und dann Amerikaner im Stillen Ozean verfolgt und große Reichtümer durch ihn gewonnen, da ein ausgewachsenes Männchen Stoffe im Werte von bis zu 20000 Mark liefert. Seit zwei Menschenaltern aber ist der Ertrag des Potwalfanges bedeutend zurückgegangen, weil er bei der jetzigen Seltenheit des Tieres kaum mehr lohnt. Sein Tran wird teuerer bezahlt als anderer Walfischtran. Von ihm gibt es mehrere Abarten. Alle sind so sehr dem Leben auf hoher See angepaßt, daß sie in der Nähe der Küste häufig hilflos werden und stranden.