Dieselbe geistige Beschränktheit haben die anderen noch existierenden, gesellig als Pflanzenfresser an seichten, tangbewachsenen Küsten oder im Süßwasser lebenden Seekühe. Wie den Walen fehlen ihnen die hinteren Gliedmaßen und ist infolgedessen das Becken verkümmert, so daß dessen Reste teilweise gar nicht mehr mit dem übrigen Skelett verbunden sind. Die Knochen, besonders des Kopfes und der Rippen, entbehren einer Markhöhle, sind massig und schwer, um das Sinken dieser Tiere an ihren Weideplätzen zum Abgrasen des Seetangs zu erleichtern. Sie haben einen deutlich abgesetzten Hals mit nicht verwachsenen Wirbeln, im Gegensatz zu den äußerlich ganz zu Fischen gewordenen Walen. Die äußere Gehöröffnung erinnert durch ihre auffallende Kleinheit noch an die Wale, aber Augen und Nase liegen oben am Kopf an ihrer gewöhnlichen Stelle, die äußeren Nasenlöcher sind mit einer Klappe versehen. Das Zwerchfell steigt von vorn unten auffallend schräg nach hinten oben, so daß sich die Brusthöhle nach rückwärts fast über die ganze Bauchhöhle hinweg erstreckt. Mit den sehr geräumigen Lungen können die Tiere ohne einzuatmen bis 8 Minuten aushalten. Die Mundhöhle ist mit hornigen Kauplatten versehen und die Backenzähne wachsen zeitlebens nach, indem sie entsprechend der Ausnutzung nach und nach erscheinen. Die Hände haben bloß vier Finger, jeder aus drei schlanken Gliedern bestehend und durch eine gemeinsame Haut vereinigt. Zu Beginn des Frühjahrs kämpfen die Männchen um den Besitz der Weibchen, die nach längerer Tragzeit stets nur ein Junges werfen, das sie mit größter Mutterliebe umgeben und beim Säugen mit einer der Flossen an eine der beiden brustständigen Zitzen halten. Ihre Stimme besteht in einem schwachen, dumpfen Stöhnen, während des Atmens vernimmt man auch ein heftiges Schnauben. Von ihnen finden Fleisch und Speck, Haut und Zähne Verwendung.
An den Küsten des Indischen Ozeans lebt der nach der malaiischen Bezeichnung für Meerkuh genannte Dujong (Halicore dujong). Halicore heißt Seemaid, so auch deutsch geheißen nach der schon von Plinius und Älian erzählten Fabel, daß an den Küsten Indiens Seetiere in Gestalt von Satyrn mit Weibergesichtern leben, deren Körper nach hinten in lange, gewundene Schwänze auslaufen und die statt der Füße Flügel haben. Nachts kämen sie aus dem Wasser ans Land, um Gras und Palmenfrüchte zu fressen, und in der Morgendämmerung kehrten sie ins Meer zurück. Dieser 3–5 m lange Dujong bevorzugt die Nähe der Küste, die reich mit ihnen Nahrung bietenden Meeresalgen bewachsen ist, und lebt dort paarweise oder in kleinen Familien, alle paar Minuten zum Atmen an die Wasseroberfläche kommend und dann langsam wieder in die Tiefe versinkend. So lange es noch Nahrung an einer Stelle gibt, verändert das faule Tier kaum seinen Aufenthaltsort. Erst wenn eine Meerwiese abgeweidet ist, siedelt es langsam nach anderen tangbewachsenen Stellen über, welche ihm wieder eine Zeitlang Nahrung liefern. Besonders die Jungen haben äußerst zartes, weniger fettes, süßliches Fleisch, das vom Menschen sehr begehrt ist, weshalb die Tiere von den Anwohnern gern gejagt werden. Das an der Luft getrocknete harte Leder gibt vortreffliche Sandalen.
Während der Dujong höchstens Flußmündungen aufsucht, geht der die Ostküste Mittel- und Südamerikas und die Westküste Afrikas bewohnende ebenso große und bis 400 kg schwere Lamantin — eine französische Verballhornung des spanischen Manati, d. h. mit Händen versehen — (Manatus latirostris und andere Arten) von den Küsten weit die Flüsse aufwärts und bei Überschwemmungen auch in Seen und Sümpfe, wo er die an ruhigen Stellen reichlich wachsenden Wasserpflanzen abweidet. Da auch sein Fleisch vorzüglich, wenn auch ziemlich fett ist, wird ihm überall mit Eifer nachgestellt. Eingesalzen und getrocknet bleibt es sehr lange gut und soll nach einem Schriftsteller des 16. Jahrhunderts sogar Gnade vor den Feinschmeckern am spanischen Hof gefunden haben. Unter den fortwährenden Verfolgungen ist er an den meisten Stellen, wo er einst sehr häufig war, verschwunden und allgemein sehr selten geworden. Die weit ins Innere hineingehende westafrikanische Art ist schwarzgrau und wird nur etwas über 2 m lang. Die bleigraue gewöhnliche südamerikanische Art wird selten über 3 m lang und bildete einst ein beliebtes Jagdobjekt für die Eingeborenen, denen sein schmackhaftes Fleisch als besonders lecker gilt.
Endlich wäre noch als einst für die Seefahrer wichtiger Fett- und Fleischlieferant die Dronte oder der Dodo (Didus ineptus) zu nennen. Dodo kommt vom portugiesischen doudo, d. h. Tölpel. Dieser Name wurde dem reichlich truthahngroßen Girrvogel der Insel Mauritius gegeben, weil er äußerst wenig scheu, wozu seine geringe geistige Begabung beigetragen haben mag, mit ungemein plumpem, schwerfälligem Körper auf kurzen, watschelnden Beinen dem Menschen entgegentrat. Der große Kopf trug einen starken, hakenförmigen Schnabel; der Körper war spärlich mit lockerem, grauem, auf der Brust braunem Gefieder bedeckt und trug an Flügel und Schwanz gelbliche oder schmutzigweiße steife Federn. Infolge Fehlens von Feinden hatten diese Vögel ihre Flugfähigkeit eingebüßt und sich durch reichliche Ernährung zu den reinsten Fettkugeln entwickelt, die den ersten Schiffen, die dort landeten, willkommenen lebenden Proviant lieferten. Als erster schreibt der holländische Admiral Jakob Cornelius van Neck von ihm als Walckvogel, rühmt aber sein Fleisch nicht besonders. Besser mundete es der Mannschaft des 1601 auf Mauritius landenden holländischen Schiffes eines gewissen Wilhelm van West-Zannen, den die reiche Beute sogar zu einem Gedicht begeisterte. An einem Tage erbeutete seine Mannschaft 24, am folgenden 20 der großen, überaus schweren Vögel, von denen sie insgesamt nicht einmal zwei bei einer Mittagsmahlzeit verzehren konnten. Bei der Abfahrt nahm sie einen großen Vorrat an eingesalzenen Dronten mit. Andere holländische Schiffe folgten dem Beispiele Zannens, schwelgten in Dodo- und Landschildkrötenfleisch, nahmen Mengen von eingesalzenen Vögeln mit und ließen die Reihen der Dronten stark gelichtet zurück. Deshalb ist es nicht zu verwundern, daß sich der letzte Bericht über lebende Dronten im Schiffstagebuche des englischen Steuermanns Benjamin Harry findet, der Mauritius im Jahre 1681 besuchte. Schon 1693, also noch nicht ein Jahrhundert nach seiner Entdeckung, war die Dronte ausgerottet; denn Leguat, der sorgfältige Beschreiber eines damit verwandten, etwas weniger schwerfällig gebauten, ebenfalls längst ausgerotteten Vogels, des Einsiedlers (Pezophaps solitaria) der Insel Rodriguez, erwähnte sie nicht mehr und bemerkt überdies, daß Wasserhühner und Schildkröten dort selten geworden seien. Kurz nach der Ausrottung der Dronte verließen die Holländer, die bis dahin Mauritius besetzt hielten, die Insel, von der die Franzosen 1715 Besitz ergriffen, um sie 1811 an die Engländer abzutreten. Dieser wiederholte Besitzwechsel hatte zur Folge, daß alles Wissen über den sonderbaren Vogel verloren ging und nicht einmal in der mündlichen Überlieferung weiterlebte. Auch waren die wenigen, übrigens längst verloren gegangenen, in Museen aufbewahrten Stücke des Dodo so wenig bekannt, daß selbst einige Naturforscher am früheren Vorkommen eines solchen Vogels zu zweifeln begannen. Diese Zweifel wurden jedoch durch verschiedene Veröffentlichungen wieder zerstreut, und im Jahre 1866 gelang es, beträchtliche Mengen von Dronteknochen zu sammeln. Sie fanden sich ausschließlich im Bodenschlamm des unter dem Namen mare aux songes, d. h. Traumpfütze, bekannten großen Moores, das mit dem Land herum noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts dicht mit großen Bäumen bedeckt war, deren Früchte einst den Dronten zweifellos als Nahrung dienten. Die hier gefundenen Überreste scheinen von einst friedlich hier verstorbenen Dronten zu stammen; denn keiner unter den im Moore aufgefundenen Knochen zeigt Spuren einer Benagung. Als einzige Darstellung der Dronte sind solche auf zwei Gemälden von Roland Savary und seinem Neffen Johann, holländischen Malern aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, auf uns gekommen. Diese malten den Vogel nach lebend nach Holland gebrachten Exemplaren. So räumt der Mensch unbarmherzig und gedankenlos mit allem auf, was sich ihm in der Schöpfung an wehrlosen, aber ihm irgendwie nützlichen Geschöpfen entgegenstellt.
XXIX. Tiere als Spielzeug.
Von jeher hat der Mensch, wie wir schon in der Einleitung dieses Buches bemerkten, jung eingefangene und sich dann leichter an seine Gesellschaft gewöhnende Tiere zu keinem andern Zweck als zu seiner und der Seinen Unterhaltung in seinen Niederlassungen gehalten. Alteingefangene Männchen von solchen Tierarten, die als eifersüchtige Nebenbuhler gern miteinander kämpfen, ließ er zu seiner Belustigung gegeneinander los und freute sich, wenn sie sich recht zerzausten. Nach Überwindung des kommunistischen Urzustandes und der Erwerbung von Besitz ging er mit seinen Genossen Wetten ein, setzte für den Gewinnenden Preise aus und erhob das Spiel zum Sport. Die Wetten bildeten später einen Hauptzweck solcher Tierkämpfe, seien die Ausübenden Grillen, Wachteln, Hähne, Gänse oder Widder. Mit der Verrohung der Massen bei durch zahlreiche Kriege an Blutvergießen gewöhnten Stämmen hatten solche Kämpfe nur Reiz, wenn sie blutig endeten und wenn möglich, auf Leben und Tod gingen. So hefteten die Malaien ihren Kampfhähnen haarscharf geschliffene Stahlklingen an ihre Sporne, mit denen sich die Duellanten sehr oft gegenseitig erstachen.
Im alten Rom wurden diese blutigen Tierkämpfe zu Massenabschlachtungen gesteigert, in denen selbst Menschen auftraten, um miteinander zu kämpfen und sich nach dem Willen des Pöbels abzustechen. Es sind dies die bekannten Gladiatorenkämpfe, die aus Fechterspielen bei Gelegenheit des Begräbnisses hervorragender Männer hervorgingen, wie sie zuerst die Etrusker und dann auch die Römer in jenen Zeiten ausübten, als auf dem Forum bei der Bestattung eines Feldherrn die Kriegsgefangenen, die er erbeutet, zu Ehren des Totengeistes des Verstorbenen auf Tod und Leben miteinander kämpfen mußten. Vielfach ließ man auch an solchen Leichenspielen schwere Verbrecher gegenseitig an sich das Todesurteil vollziehen. Das taten diese nicht ungern; denn Seneca sagt in einer seiner Episteln, daß ein solcher lieber öffentlich kämpfend in der Arena sterbe, als daß er sich in einem geschlossenen Raum hinrichten lasse. Und zu diesem Schauspiel wurde das Volk eingeladen, wie noch im 18. und 19. Jahrhundert das Henken und Köpfen vor großem Publikum geschah. Wer von diesen Verurteilten brav focht und durch seine Tapferkeit Bewunderung erregte, dem wurde vom Volke durch Akklamation das Leben geschenkt. Auch viele Kriegsgefangene und mißliebige Sklaven wurden als Gladiatoren verhandelt. Gewöhnlich standen sie bei jedem Gefecht etwa hundert gegen hundert, die einen mit großen, die andern mit kleinen Schilden, die einen mit Netz und Harpune, die anderen mit Schwert oder Dolch, alle aber mit kostbaren Helmen, vielfach aus purem Silber mit Edelsteinen eingelegt, mit Pfauenfedern als Helmbusch versehen. Zum Kampf erscholl grelle Musik, um das Stöhnen und Todesröcheln der Sterbenden zu übertönen. Die Leichen wurden fortgeschafft, frischer Sand in die Blutlachen gestreut und das Volk ging befriedigt nach Hause. Die gewandten Fechter aber, denen es gelang, solche Schlachten zu überleben, wurden die Helden des Tages und Lieblinge des Publikums, wie es heute den Stierkämpfern in Spanien ergeht, und der Festgeber beschenkte sie in der Arena selbst mit Schüsseln voll blinkenden Goldes. In der Kaiserzeit waren solche Gladiatorenkämpfe bei allen festlichen Anlässen zu sehen, und bei den viermonatlichen Siegesfesten des Trajan im Jahre 107 sollen im ganzen 10000 Mann gefochten und zum größten Teil ihren Tod gefunden haben.
Für diese Massenkämpfe und die alsbald zu besprechenden Tierhetzen wurden mit ungeheuerem Aufwand luxuriöse Arenen gebaut, die möglichst die ganze freie Stadtbevölkerung aufnehmen sollten. Denn auch die Frauen erschienen zu solchen Schauspielen und brachten selbst die Kinder mit. Während sie im Zirkus mitten unter den Männern saßen, waren sie im Amphitheater von ihnen getrennt. Rom gelangte zuerst im Jahre 29 v. Chr. durch den reichen Statilius Taurus zu einem Amphitheater. Dieser Bau wurde aber durch das meist als Colosseum bezeichnete berühmte flavische Amphitheater übertroffen, das vom Kaiser Vespasian erbaut und im Jahre 80 von dessen Sohn Titus eingeweiht wurde. Es war 185 m lang, 156 m breit und 50 m hoch, besaß 80 Portale und faßte 85000 Zuschauer. Die Arena selbst war 86 m lang und konnte nebst dem Zuschauerraum mit einem etwa 180 m langen Zelttuche gegen die Sonne überspannt werden. Unter ihr waren weite Hohlräume, aus denen wie durch Zauber ganze Kämpfergruppen und Scharen von wilden Tieren emporgehoben werden konnten. Auch vermochte man sie unter Wasser zu setzen, um ganze Seeschlachten darin vorzuführen. Wurde des Kaisers Anwesenheit erwartet, so erschien das ganze Publikum weiß gekleidet und bekränzt. Solche Festtage waren in Rom durchaus keine Seltenheit. Hören wir doch gelegentlich, daß es dort jährlich 175 regelmäßige Spieltage gab, die außerordentlichen bei Triumphen usw. gar nicht gerechnet. Davon entfielen 10 Tage auf die Gladiatorenkämpfe, 64 auf Wagenrennen, 101 dagegen auf das Theater, in welchem vorzugsweise operettenhafte Possen, deren Coupletmelodien man auf allen Gassen pfiff, mit allerlei Anzüglichkeiten auf stadtbekannte Personen, und zweideutige Pantomimen aufgeführt wurden. Am meisten zogen beim rohen Pöbel die Fechterspiele und Tierhetzen, bei denen Blut in Strömen floß und die Arena voller Leichen lag. Das gab eine Aufregung, wenn man seltene wilde Tiere miteinander kämpfen und sterben sah! Da füllten sich schon vor Sonnenaufgang die Zuschauerränge, um ja einen guten Platz bei solchen interessanten Tierhetzen zu erhalten. Das fesselndste dieser Schauspiele waren die eigentlichen Jagden, venationes genannt, bei denen ungeheuere Mengen von wilden Tieren von besonders dazu angestellten Leuten verfolgt und erlegt wurden. So wurden in der Kaiserzeit alle größeren Tiere der damals den Römern zugänglichen Welt nicht nur in einzelnen Exemplaren, sondern gelegentlich in ganzen Scharen dem nach Unterhaltung verlangenden Volke in der Arena vorgeführt und von gut geschulten, gut bewaffneten und von starken Hunden unterstützten Jägern, die ihr Handwerk trefflich verstanden, zum Gaudium des Pöbels kunstgerecht gejagt und schließlich abgeschlachtet. Nur seltene Tierarten wurden verschont, um späterhin abermals bei solchen Jagden auftreten zu können. Hauptsächlich waren es dem Menschen gefährliche Raubtiere, die bei diesen Jagdspielen auftraten und zur Belustigung des festfeiernden Volkes getötet wurden, so vor allem Bären, Panther, Tiger, Löwen und Hyänen, seltsamerweise aber nicht der Wolf. Der mochte für jenes Vergnügen zu gemein und wegen seiner Feigheit reizlos zum Abschlachten sein. Selten kamen harmlose große Bestien wie Flußpferde und Giraffen aus dem fernen Afrika in die Arena, um dem Volke, das damals noch keine zoologischen Gärten kannte, vorgeführt zu werden. Nach Plinius zeigte Marcus Scaurus in Rom bei den Spielen, die er als Ädil gab, das erste Flußpferd nebst fünf Krokodilen, und hatte dazu einen besonderen Teich graben lassen. Nach Dio Cassius wurde bei den feierlichen Spielen, die Kaiser Augustus gab, wiederum ein Flußpferd gezeigt und erlegt. Zur Zeit Heliogabals und der Gordiane waren in Rom im Amphitheater Flußpferde zu sehen, die damals wegen der vielen Verfolgungen schon nicht mehr in Ägypten vorkamen, sondern aus dem Lande der Blemmyer im Sudan geholt werden mußten, also zweifellos sehr teuer zu stehen kamen. Nach Plinius sah man in Rom die erste Giraffe bei den Spielen, die der Diktator Cäsar gab, und seitdem öfter. Nach Flavius Vopiscus gab es zur Zeit des Aurelian mehrere Giraffen in Rom, und zwar nach Julius Capitolinus zur Zeit der Gordiane nicht weniger als zehn. Was mögen diese Tiere, die weither vom oberen Nilgebiet bezogen wurden, bei den mangelhaften Verkehrsverhältnissen jener Zeit für eine umständliche Reise hinter sich gehabt haben, bis sie dem verwöhnten Pöbel in Rom gezeigt werden konnten!
Nach dem Geschichtschreiber Dio Cassius ließ der römische Kaiser Caligula in Rom 400 Bären auf dem Kampfplatz erscheinen und mit großen Hunden und schwerbewaffneten Gladiatoren kämpfen. Und Julius Capitolinus berichtet, daß Gordian I., als er unter Caracalla und Alexander Severus Konsul war, an einem Tage in Rom 100 libysche Bestien, an einem andern 1000 Bären im Amphitheater auftreten und töten ließ. Als er zum sechsten Male Spiele gab, wurden im ganzen 200 Damhirsche, 30 wilde Pferde, 100 wilde Schafe, 10 Elche, 100 kyprische Stiere, 300 Strauße, 30 wilde Esel, 150 Wildschweine, 200 Steinböcke und ebensoviel Antilopen dem Volke preisgegeben. Und unter seinem Enkel Gordian III. (238–244) wurden einmal in Rom 32 Elefanten, 10 Elche, 10 Tiger, 60 zahme Löwen, 30 zahme Leoparden, 10 Hyänen, 1 Flußpferd, 1 Nashorn, 10 große Löwen, 10 Giraffen, 20 wilde Esel, 40 wilde Pferde und noch zahllose derartige Tiere auf die Arena geführt und bei den Jagdspielen getötet.