Die Bezoarziege ist merklich größer als unsere von ihm abstammende Hausziege, die ihr übrigens besonders in der der Wildform noch sehr nahestehenden kräftig gebauten gemsfarbigen Varietät noch sehr ähnlich sieht. In beiden Geschlechtern besitzt die zahme wie die wilde Form einen starken Bart und ein unregelmäßig geknotetes, vorn scharf gekantetes, hinten gerundetes, sichelförmig nach hinten gekrümmtes, gegen die Spitze zu etwas zusammenstrebendes Gehörn, das beim Bock viel stärker als beim Weibchen entwickelt ist. Bei ihm erreicht es nämlich eine Länge von über 130 cm bei einem Umfang von nur 17–18 cm; bei der auch sonst kleineren Geis sind sie nicht nur viel kleiner, sondern auch nur schwach nach rückwärts gekrümmt. Sie stehen bei ihr am Grunde auch weiter auseinander als beim Bock. Im Winter ist der Pelz der Bezoarziege, der in kalten Klimaten weiches Unterhaar erhält, bräunlichgrau, im Sommer dagegen gelblich- oder rötlichbraun. Die Unterseite des Rumpfes und die Innenseite der Schenkel ist weißlich oder weiß. Alte Böcke sind blasser und am Hinterhals, auf den Schultern, an der Kehle und auf der Vorderseite der Beine mit Ausnahme der Kniee braun und weisen einen schwarzen Rückenstreifen auf, der bis zum Schwanz verläuft und ziemlich scharf abgegrenzt ist. Es sind dies alles Merkmale, die sich, wie auch die aufrecht gestellten Ohren, bei der ebenfalls ausgezeichnet kletternden gezähmten Bergziege in derselben Weise wiederfinden. Die Länge des ausgewachsenen Bockes beträgt bei der Bezoarziege etwa 1,5 m bei einer Schulterhöhe von 95 cm.

Tafel 17.

(Phot. von E. Reinhardt.)

Kirgisisches Rindergespann vor einem primitiven Pflug.

Tafel 18.

Altägyptisches Relief des Alten Reiches aus Sakkarah (6. Dynastie, 2625–2475 v. Chr.) mit Darstellung einer Vogeljagd links und einer Ziegenherde mit ihrem Hirten rechts.


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