»So, Sie mögen des net?« fragte Mathias Salvermoser und blinzelte wieder mit dem linken Auge, »jetzt kenn i mi scho aus. Bal Sie a richtige Fiduz auf mein Prozeß hätt'n, nacha redeten Sie ganz anderst. Na, mei Liaba! Do geh i zua an andern.«
[Die Familie in Italien]
Hinter Ala wappnet sich die reisende deutsche Familie mit Mißtrauen und wird sich recht ihrer Superiorität bewußt. Seit Archenholtz und vielleicht noch länger beweist es Klugheit, jeden Italiener für einen Spitzbuben zu halten und dieses südliche Völkchen für einen Schwarm von Leuten, welche ausschließlich von dem guten Gelde der kunstfrohen Deutschen leben.
Dieser Glaube äußert sich im aufbrausenden Zorne, im stirnrunzelnden Unbehagen des so viel wertvolleren Nordeuropäers, und wieder im väterlichen Wohlwollen, im verzeihenden Lächeln über diese leichtsinnigen Naturkinder. Aber er äußert sich immer und überall.
Mama gibt auf das Gepäck acht, zählt zweimal und dreimal die Stücke nach, wirft den Trägern durchbohrende Blicke zu; die beiden Töchter bewachen mit Argusaugen ihre Hutschachteln oder was ihnen sonst auf Erden teuer ist und sie beweisen durch hastige Zurufe, durch Mienen und Gebärden, daß sie absolut nicht in Vertrauen einzulullen sind.
Papa umschreitet die Gruppe, vielleicht nicht ganz so aufgeregt, aber doch mit dem Ausdrucke nicht zu täuschender Vorsicht und auch einer ihm wohlanstehenden Energie.