»Postkarten ... wollen Sie? Schäne Postkarten ... wollen Sie?«

Man antwortet ihm nicht, aber der Mann kennt die Wißbegierde der Italienfahrer.

Er klopft mit dem Fuß auf das Pflaster.

»Savonarola .. qui .. ist verbrunnen ... qui Savonarola .. qui ...«

Die Familie gibt ihre Zurückhaltung auf, und Mama frägt mit italienischem Akzent: »Savonarola .. hier?« — »Si .. si .. in questo punto ... qui .. ist verbrunnen.« Er zeigt mit lebhaften Gebärden, wie man ein Zündholz anzündet, und beschreibt mit ausholenden Armen Rauch und Flammen »e combusto .. ist verbrunnen .. Savonarola .. qui ..«

Die Schauer der Weltgeschichte überkommen die Familie. Und Papa drückt dem minderwertigen Sohne Italiens ein Trinkgeld in die Hand.

»Kinder!« sagt Papa, »Kinder, Bädeker ist ja ganz recht, und niemand kann mehr Respekt vor der wahren Kunst haben als ich, aber nur nich übertreiben! In gewissem Sinne muß man sich doch auch von Bädeker frei machen können! Ich gebe ja zu, daß junge Kunstbeflissene hier einfach die Pflicht haben, jede Einzelheit zu studieren, aber ich als Mann, der im praktischen Leben steht, wie komme ich dazu, mir von Bädeker vorschreiben zu lassen....«