Wo bleiben Renäsanxe und Tschinquetschento?

Sie versinken in den Wogen des eleganten Lebens, sie ertrinken in Pilsner Bier.

Doch einmal des Tages lebt die Erinnerung an die Pflichten der Bildung auf.

Wenn Alma und Elvira Postkarten an die Freundinnen schreiben.

Man wählt zu diesem Zwecke wahnsinnig echt aussehende Landschaften, Zypressen- und Olivenhaine, oder Reproduktionen jener Bilder, deren Besuch ja eigentlich den Reiz des Aufenthaltes stört.

Dann schreibt man Verzückungen darunter. »Es ist unsagbar schön«, »Ihr glaubt nicht, was man hier erlebt«, »Jeder Tag ist ein neues Wunder«. Und Mama als gute Seele verfehlt nicht, an besonders Liebe zu Hause, einen Stoßseufzer beizufügen: »Warum seid Ihr nicht hier, um all dies Schöne mitzuerleben?« Die Lieben empfangen die Karten mit süffisantem Lächeln, wenn sie den Mumpitz selbst schon mitgemacht haben, mit ungläubigem Neid, aber doch mit Neid, wenn sie's noch vor sich haben.

Und dann gehen sie daheim in den tea-room, wo sie winselnde Geigen hören, schöne Offiziere und neue Hüte sehen.

Bildung schafft eine gewisse Gleichheit der Ansichten und der Lebensführung.