Die jugendliche Komtesse blickte unter der Türe noch einmal rasch zurück nach der Stelle hin, wo der schöne Leutnant stand.

Graf Schlupf, so hieß der Glückliche, fing den Blick auf, und das selige Aufleuchten in seinen großen Augen bewies Mucki, daß auch er sie gesucht hatte.

Dann verschwand sie wie ein holdes Traumbild.

Schlupf preßte die Hand an das kühne Herz. Sein Oberst sprach mit ihm, aber das Unerhörte geschah.

Er hörte die Worte seines von ihm mit glühender Begeisterung verehrten Vorgesetzten nicht.

Seine Blicke irrten an ihm vorbei, sie huschten durch die Türe, den Gang entlang, wo sie immer noch einen reizenden braunen Zopf suchten.

Und als der Oberst sich ungnädig abwandte, da fühlte Schlupf wohl, wie sein Herz sich schmerzlich zusammenzog, aber der Magnet zog ihn unwiderstehlich an, und plötzlich, er wußte nicht wie, stand er im Palmenhause.

In dem magischen Lichte des Mondes, welches durch die Fenster hereinflutete, erblickte er eine Gestalt, deren Anblick ihm das Blut zum Herzen und wieder zurück jagte.

Sie war’s! Im reizendsten Negligee! Da brach es aus ihm hervor, wie ein zurückgehaltener Bergstrom, der plötzlich die Dämme überflutet.