Der Freihofbauer nahm diese Ausbrüche der Bewunderung ruhig hin. Keine Muskel in seinem ausdrucksvollen Gesichte verriet, daß er sich geschmeichelt fühlte. Er wartete ruhig, bis sich die Aufregung gelegt hatte, und fuhr dann bedächtig, jedes Wort betonend, fort: „A Franzos is a Franzos! Und a Boar is a Boar. Bei uns herin woar da Dreyfuas entweder verurteilt worn oder freig’sprocha. Denn bei ins im Boarnland, da steht das Recht so fest und ewi wia insere Berg. Wir halten fest zu insern Kini und sein Haus...“

In diesem Augenblicke erbleichte er, und seine Falkenaugen flogen zu einem Tische hinüber, wo Burschen und Mädchen sich um einen Zitherspieler geschart hatten. „Herrgottsakrament, mit wem speanzelt denn da mei Loni?“ murmelte er mit vor Wut erstickter Stimme und eilte mit großen Schritten zu der Gruppe hinüber. Dem Zürnenden bot sich ein Anblick, der jeden unbeteiligten Zuschauer entzückt hätte.

Am Tische saß ein bildschöner Bursche; der keck zurückgeschobene Hut ließ die pechschwarzen Locken sehen, das martialisch geschnittene Gesicht war tief gebräunt, ebenso wie die offene Brust; die braunen Augen blickten hell und lustig in die Welt hinein.

Und nicht minder schön war das blonde Mädchen, welches zärtlich den Arm um den Hals des Burschen legte und ihm selig in die Augen schaute.

Der bäuerliche Adonis hielt auf seinen Knien eine Zither, auf der er leise einige Akkorde griff, während er den Kopf zurückbog, um dem blonden Mädchen einen Kuß auf die frischen Lippen zu drücken.

Jetzt schwang das Mädchen mit der linken Hand fröhlich einen Maßkrug gegen die Zuschauer, und beide begannen mit glockenreinen Stimmen zu singen:

Oba so zwoa, wia mir zwoa

Dös gibt’s ja net glei.

Duliä, dulio, duliä — — —