„Jessas, da Voda!“ kreischte das Mädchen plötzlich laut und blickte zitternd in das zornige Gesicht des Freihofbauern, der sich rasch durch die Zuschauer drängte.

„Jawohl, dei Voda! Du ehrvergessene Dirn! Hab i Di deswegen aufzogen in da Furcht Gottes und der Heiligen, daß Du mir, mir, an Freihofbauern vom Freihof dö Schand o’tuast und hängst Di öffentli an so an Lumpen, so an Bazi, hi? Mach daß D’ hoam kimmst, Du... Mir reden no an Wortl mitanand! ... Du Luada!...“

„Voda, Voda! Red net so!“ keuchte das Mädchen, „über mi derfst sag’n, was D’ magst. Dös is Dei guat’s Recht. Aber an Seppi derfst net schimpfiern. Er is mei Bräutigam vor Gott und da Welt! I hab mi eahm antraut durch an heilinga Schwur. Und ich brich den Schwur net, Voda!...“

„Wos? Herrgottsakrament!...“

„Fluach net so gotteslästerlich, Freihofbauer,“ fiel jetzt der Seppl ein, „und koan Bazi muaßt mi net hoaßen! I hob ehrliche Händ und a Paar starke Arm. Auf dena will i mei Loni tragen durch dös Leben, daß s’ an koa Stoanl net anstößt. Dei Geld brauch i net, Freihofbauer vom Freihof!“

Mit stolz erhobenem Haupte schritt er durch die Menge, nachdem er noch lange und innig seinem Schatze in die Augen geblickt hatte.

Auch die Zuschauer entfernten sich und ließen den zürnenden Alten allein mit seiner Tochter.

„Machst net glei, daß D’ hoam kimmst, Du Loas? Machst it, daß D’ hoam kimmst?“ knurrte der tiefverletzte Vater. „I trink no a Maaß, a zwoa, nacha kimm i aa und zünd’ Dir a Liacht auf, Du schelchaugets Weibsbild!“ — — —

Der Freihof lag friedlich und still in der sternenhellen Sommernacht. Das Mondlicht stahl sich zitternd durch den dunkeln Tannenforst und legte sich breit auf die duftenden Wiesen.