„Seppi, Seppi. O Du liaba Himmivoda, is denn mögli, daß a Menschenherz an solchenen Schmerz aushalten ko. I stirb, bal i di nimma siech, Seppi. Na kimmst auf mei Grab und bringst ma rote Nagerl und Almrösein, wia’s zua Lebzeiten...“
„Loni, woaßt wos? Geh Du mit mir! I hob a Paar starker Arm, i vodean scho, was ma braucha; a kloane Hütten und a groß Glück...“
„Na, Bua, das kon i net. Dös waar a Sünd’. Schaug, wann mei Voda aa net recht hat, so derf i do nix toa genga sein Willen. Er is mir amol g’setzt vom Himmi als mei Voda...“
„Ja, wohr is, Loni. Du hast recht. I bitt Di um Vazeihung, daß i so an Gedanken hab fassen kinna. Du hast recht. Das heilinge Gebot sagt: Du sollst Voda und Muatta ehren, auf daß es Dir wohl ergehe und Du... Au, au! Herrgottsakrament!...“
„Jessas Bua! Wos hast denn? Wos hast denn?“
„Au! hör do auf! Dei Voda, de b’suffene Sau is do...“
„Gel, hob i Di dawischt, Du Herrgottsbazi, Du ganz vadächtiga! Jetzt hau i Di amol her, daß ’s a Freud is... Wart, Bürschei!...“
Der Freihofbauer vom Freihof hatte sich an das Haus herangeschlichen und schlug mit voller Kraft auf das Sitzleder des unglücklichen Burschen ein, der zwischen Himmel und Erde von der Altane herunterhing. Zorn, Entrüstung, väterlicher Schmerz verstärkten seine Kraft; alle diese Gefühle legte er in die Prügel hinein. Außerdem war er so betrunken, daß er bei jedem Hiebe in das Stolpern kam.
Seppl ließ sich zu Boden fallen und rannte blind vor seelischem und körperlichem Schmerz davon, dem Abgrunde entgegen, der gerade hinter dem Freihof zum Gundelsee hinuntergähnte.