Loni schrie verzweifelt, auch der Freihofbauer vergaß ernüchtert seinen Zorn und starrte dem Unglücklichen nach. Da... ein Schrei, ein Fall!... dann nichts mehr!...

Der Freihofbauer blickte zum Nachthimmel empor, entblößte langsam das Haupt und murmelte mit erstickter Stimme: „Gott sei der armen Seele gnädig. Von da drunt kimmt koana mehr aufa.“

Im Zimmer oben lag Loni, bewußtlos; aus einer kleinen Wunde an der Stirne sickerte das Blut — —

Vor dem Wirtshause am Gundelsee saß auf einem Stuhle ein bleicher Mann. Den Arm trug er in der Schlinge, um die Stirne war ein schwarzes Tuch geschlungen. Es war Seppl! Ueber ihn beugte sich Loni und redete ihm liebreich zu, die stärkende Suppe zu essen. Der Kranke schlug die Augen auf; mit verklärtem Gesicht blickte er auf die weibliche Erscheinung.

„Wo bin i denn?“ flüsterte er. „Bin i beim liab’n Himmivoda? Und hot er di aa scho g’holt, Du liab’s Deandl?...“

„Seppi, Du bist net g’schtarben,“ schluchzte Loni, „Du bist no am Leben, Du bist no auf dera Welt, de jatzt ersch schön werd für di und mi!...“

„Loni, is dös wohr? Is dös wohr?“ flüsterte der Kranke.

„Ja, Seppl, und siagst, dort kimmt da Voda, der gibt ins an Segen...“

Langsam nahte sich der Freihofbauer. Die eine Nacht hatte seine hohe Gestalt gebeugt und sein Haar gebleicht. Seine Hände zitterten an dem verhängnisvollen Stocke, als er den bleichen Burschen vor sich sah.