Ich bedaure lebhaft, daß ich nicht alle Vorschläge und Debatten mitteilen kann, aber es würde zu viel, und ich muß auch mein Papier sparen. Ich will nur berichten, daß sich eine große Redeschlacht entspann über die Frage, in welchem Wirtshause der Festakt stattfinden sollte.

Und da man auf dem Lande das falsche Zartgefühl nicht so häufig findet, darf es niemand verwundern, daß sich die Wirte selbst lebhaft an der Streitfrage beteiligten.

Wer weiß, was geschehen wäre, wenn nicht unser Freund, der Hofbauer, wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen hätte.

„Jeder Wirt“, sagte er, „zahlt Steuern und möcht was verdienen; warum soll denn nachher grad oaner an Profit macha? Da gab’s nix, wia lauter Verdrießlichkeiten und das ganze Jahr tat ma anzwidert wern. Also mach ma die Sach kurz und gengan zu an jeden. An Vorabend halt ma bei Unterbräu, an Früaschoppen und ’s Mahl beim Oberwirt, und auf den Nachmittag halt ma an Baal beim Lamplwirt. Da kimmt a jeder zu sein Sach.“

Damit war diese schwierige Frage gelöst; alles andere gab sich verhältnismäßig leicht.

Die Fahnenweihe wurde angesetzt auf Sonntag über vierzehn Tage, damit jeder Zeit zur Vorbereitung hatte.

Und sie wurde gut benützt.

Die Mannerleut kamen jeden Abend im Wirtshause zusammen, um zu beraten; die jungen Burschen standen oft haufenweise beisammen, um sich heimlich zu besprechen, oder sie musterten daheim ihren Vorrat an Haselnußstecken und ergänzten ihn nach Bedarf.

Mit den Mädeln war es ganz aus; die Frauenzimmer haben bekanntlich alle miteinander eine Geheimsprache und können lachen, kein Mensch weiß warum.