„Wie ich zu unserem Herrn Medizinalrat in den Laden komm,“ sagte er, „sitzt schon der Hiasbauer da und laßt sich seine polizeiwidrige Fassade abkratzen. Der Lippel hat ihn bei der Nasen, rasiert ihn aber net, sondern schaut in die Höh, als wenn er auf der Decken ganz was Besonderes beobachten müßt.“

Der Hiasbauer, die ganze Visage voller Seifen, glotzt noch dümmer wie sonst, und schiegelt bald aufs Rasiermesser, bald auf die Decken.

Endlich wird’s ihm doch z’dumm und er brummt: „Fang amol o, Bader.“

Der Lippel fahrt z’samm, als wenn er aufwachen tät, und fangt langsam das Kratzen an. Er is aber no net mit der Hälft ferti, spinnt er scho wieder. Desmal schaut er gradaus, und ziagt die Stirn z’samm, wia der Napoleon in der Schlacht. An Hiasbauern hat er alleweil no bei der Nasen. Auf oamal schreit er: „Blicken wir hinauf, wo unser Banner rauscht,“ und dabei reißt er an Hiasbauern sein Vorsprung in d’Höh und deut’ mit dem Rasiermesser wieder auf die Weißdecken.

„Auslassen, auslassen,“ jammert der Hiasbauer, traut si aber net rühren von wegen dem Rasiermesser.

Mi freut de Gaudi, und weil i außerdem dem schelchen Spitzbuam die Angst gönn, sag i:

„Was hast denn für a Gschroa, Hiasbauer, siegst net, daß da Herr Medizinalrat bloß zu Deiner Unterhaltung deklamürt?“

Indem besinnt sich der Lippel wieder und rasiert weiter.

Wie er ihm grad an der Gurgel herumkitzelt, fangt er wieder an:

„Hochgeehrte Festversammlung! Es ist ein herzerhebendes, es ist ein schönes Fest, das uns vereint,“ und dabei ziagt er jetzt an Hiasbauern, der vor lauter Angst schwitzt, ein bissel gradaus, „blicket auf die stolze Trophäe, die ich halte“...