Nach dem Festprogramm mußte jetzt ein Zug arrangiert werden zum Lamplwirt, wo der Festplatz hergerichtet war und die feierliche Uebergabe der Fahne durch die Ehrenjungfrauen erfolgen sollte.

Das ist aber leichter gesagt als getan. Denn bis fünfhundert Mannerleut in Ordnung stehen und jeder Verein einen Platz hat, der ihm paßt, nicht zu weit vorn und nicht zu weit hinten, geht es lang her.

Endlich war alles so weit, daß es losgehen konnte.

An der Spitze marschierten die Ehrenjungfrauen, dann kam der Rauchklub hinterdrein, der neugewonnene Kartell- oder Bruderverein, die Zimmerstutzenschützen von Wutzling; die andern folgten in wohlbedachter Ordnung.

Dreimal ging es um Kraglfing herum, dann hielt der Zug beim Lamplwirt.

Auf dem Podium stellten sich die Ehrenjungfrauen in ihren frischgewaschenen weißen Kleidern auf; ihre Anführerin, die Hofbauern Cenzl, hielt das Band, welches die Frau Badermeisterin für die neue Fahne gestiftet hatte.

So war alles bereit, und der feierliche Akt konnte beginnen.

Unter der Haustür des Lamplwirtes erschien der Nazi mit dem verhüllten Banner. Seine riesigen Hände krampften sich um den Schaft, seine Blicke waren nach vorne gerichtet, und er ging unter den Klängen des Mussinanmarsches auf das Podium so ängstlich zu, als trüge er einen ebenvollen Teller Suppe und dürfe kein Tröpferl verschütten. Weil er den Antritt nicht sah, kam er ins Stolpern und fiel streckterlängs auf das Podium hinauf. Zum Glück passierte der Fahne nichts; es war so Aerger und Schand genug für den Nazi, wie die dummen Leute lachten und schrien. Er putzte sich die Knie ab und merkte sich in der Geschwindigkeit ein paar Huglfinger, die am lautesten taten.

Allmählich wurde es wieder still, und man wartete darauf, was jetzt kommen würde. Und lang kam gar nichts.

Die am nächsten beim Podium standen, konnten sehn, wie der Hofbauer den Lippel am Aermel zog und in ihn hineinredete; hie und da verstand man auch ein paar Brocken.