„Cenzl, Gretl, Nannl, d’Würscht ei’toa! Moni, wo steckst denn? Den großen Hafen her. D’Würscht umrühren! D’Teller herrichten... Ratsch, pum! Jessas, Marei! Jetzt laßt das Weibsbild einen Arm voll Teller fallen! Glaubst, i hab’s g’stohlen?“...
Das Wasser zischt auf dem Herd, Dampfwolken steigen aus den Kesseln auf, Teller klirren, Befehle ertönen, und dazu blasen jetzt ohrenzerreißend die ersten Musiker schon im Hausgang. Immer neue Scharen drucken herein, und in kurzer Zeit ist der Saal gesteckt voll.
Die Kellnerinnen laufen hin und her, stellen da einen riesigen Hafen voll Lüngerl hin, dort einen Schanzkorb voll Knödel, bringen im Geschwindschritt die gefüllten Krügel und Gläser, hören da auf eine Frag, geben dort eine Antwort, kurz, eine Viertelstund lang ist alles in Aufregung und Bewegung, bis jene Ruhe eintritt, die bezeugt, daß gottlob jeder Gast sein Sach hat, und die nur von dem behaglichen Schlürfen und Löffelklappern unterbrochen wird.
In diese Idylle hinein blast auf einmal der C-Trompeter das bekannte Signal, und es erhebt sich am mittleren Tisch die lange Gestalt des Hofbauern, welcher die erste von seinen vorhabenden drei Reden losschießen will.
„Meine Herrna! Lübwerte Festgenossen! Wür kommen von einer erhebenden Feuer, und die zindenden Worte unseres Fürschtandes, des Herrn Lippl, sind noch in unserer Erinnerung. (Murmeln und Gelächter.) Aber indem unser Fest so schön geworden ist, müssen wir nachdenken, wer schuld daran ist. Das sünd die Verein, die wo mitgewürkt haben, das sünd die Gäste, die wo gekommen sünd. (Bravo!)
Lübe Vereinsbrider! Das ist ein schönes Zeichen von Briderlichkeit, indem daß von weit her die Leut gekommen sünd, und das dürfen wir nicht vergessen, indem sie so große Opfer gebracht haben und heite noch bringen werden. (Bravo!)
Die Fahnenweuhe ist wie eine Kindstauf, wo die Hauptsach der Göd (Pate) ist. Unsere Göden, das sind die Gäst, und wür missen ihnen versprechen, daß wir brave Godeln sein wollen (Heiterkeit), jawohl! und daß wir überall hinkommen wollen, wo sie ein Fest feuern, und uns durch gar nichts abhalten lassen, indem, daß auch wir briderlich sind. (Bravo!)
Lübe Vereinsbrider! Die Göden sollen leben hooch, hooch, hooch! Mit gedämpfter Schtümme hooch!“
Eine gute Red ist mehr wert als zehn Musikstück; sie macht mit einem Schlag eine freundliche Stimmung, und jeder wird lustig, wenn er sieht, daß das Richtige gesagt worden ist. Freilich meinen dann viele, sie müssen noch ein bisserl was dazu tun, damit ja nichts mehr fehlt, und deswegen kriegt überall, in Kraglfing so gut wie anderswo, eine gute Red so viele Junge.