Wenn die Festgäste jedesmal mit Essen aufgehört hätten, sobald der C-Trompeter verkündigte, daß wieder einem eine Red not sei, dann wären alle Schüsseln kalt geworden. Sie paßten nicht mehr auf und säbelten ruhig weiter, und so ist wohl manches richtige Wort vor Tellerklappern und Messerklirren überhört worden.
Nach dem Hofbauern stand der Vorstand der Wutzlinger Schützen auf und feierte den jungen Verein, hernach kam der Feuerwehrkommandant von Zeidelhaching mit einem Hoch auf die Veteranenvereine, der Loibl von Watschenbach ließ dafür die Feuerwehr leben, und so ging es weiter, bis alle siebzehn Vereine wenigstens einmal zum Wort gekommen waren.
Dazwischen wurde auf das Trinken nicht vergessen, und als das Mahl seinem Ende zuging, war die Stimmung schon recht gehoben. Bald stand dort und da einer von seinem Platz auf, um am benachbarten Tisch einen Besuch zu machen und Bescheid zu trinken, alte Freunde rückten näher zusammen und begannen einen wichtigen Diskurs über das heurige Jahr und den miserabligen Wachstum, und an den Tischen, wo die Jungen saßen, probierte schon hie und da einer seine Singstimme.
Die Temperatur war gut warm geworden und an der Decke erstickten die Fliegen langsam im Zigarrenrauch.
Der letzte Gang war vorbei, die meisten hatten schon von dem Bratl nichts mehr gegessen, sondern ihr Teil säuberlich mit ein bissel Sauce und Salat eingewickelt für Weib und Kind; jetzt hieß es aufbrechen zum Lamplwirt, wo mit Gartenfest und Ball das Fest seinen Abschluß finden sollte. Die Jungen waren rasch verschwunden, mit Ausnahme der Fahnenträger, die sich jetzt über ihre bevorzugte Stellung ärgerten, weil sie nicht so schnell zu den Mädeln kommen konnten und langsam mit ihren Fahnen nachgehen mußten. Die Aelteren blieben noch ein wenig beim Oberwirt sitzen; besonders der Bader konnte sich nicht entschließen, das Lokal zu verlassen; es grauste ihm ein bissel vor seiner besseren Hälfte wegen der Festrede, und um sich möglichst gut für daheim vorzubereiten, erklärte er jetzt seinen Tischnachbarn Art und Ursache seines Leidens.
„Also,“ sagt er, „i steig aufs Podium, und wia ’r mit’n rechten Fuaß nachtritt, spür i scho so a spassige.. wia muaß i glei sag’n.. so a, so a.. Oes versteht’s mi scho..“
„Jawohl,“ sagt der Hofbauer.
„Also i denk mir, auweh, Lippl, da hat’s was, und richtig, wia ’r i ’s Maul aufmach, is mir grad, als wenn ma oana mit an glühenden Eisenstangel in Mag’n neistechet und drahet ’s drin a paarmal um... es hat mei ganze Geisteskraft dazu g’hört, daß i überhaupts red’n hab kinna, an anderer war umg’fallen...“
„Ah, ah, dös is a merkwürdige G’schicht,“ sagt der Loibl von Winzing, „aba jetzt is da wieda bessa?“
„No, wia ma’s nimmt,“ meint der Lippl, „ma muaß halt an Energie hamm...“