Es ist in der ganzen Welt bekanntgeworden, durch Zeitungsartikel und Reden in der Kammer, daß unsere bayerischen Truppen im heurigen Manöver so schreckliche Anstrengungen haben durchmachen müssen.
Ein jeder Mensch hat Mitleid gehabt, und das Volk ist in der größten Unruhe gewesen.
Fünf Tage sind unsere Söhne angeregnet worden, und zuvor hat ihnen die Sonne hinaufgebrannt, als wenn sie Neger, aber keine Christenmenschen wären.
Das will schon etwas heißen, und wer unsere Altbayern kennt, der wird die großen Besorgnisse leicht begreifen.
Ein Lichtblick in der trüben Zeit war, daß man daheim hie und da etwas Tröstliches vernommen hat, so z. B., daß einer vom Leibregiment in Fürth zehn Leberknödel und zwei Pfund Fleisch in sich aufnahm, oder daß in Hanau ein braver Bayer schon um 5 Uhr in der Früh mit der ersten Cervelatwurst anfing.
Aber auch andere Strapazen muß es genug gegeben haben, denn sonst wäre es keinem Menschen eingefallen, in der Kammer darüber zu reden. Ich bin um die Zeit, als die abgematteten Krieger heimkehrten, bei meinem Freunde, dem Förster in Kraglfing, gewesen und habe also von den Manövern selbst nichts gesehen. Aber die Heimkehr habe ich beobachtet, und ich kann mit gutem Gewissen bestätigen, daß bei derselben eine große Beunruhigung des steuerzahlenden Volkes eintrat, und daß von der Eisenbahnstation Weilbach bis Kraglfing und dort selbst manche Leute, sogar eine Respektsperson, durch den Militarismus bedrückt wurden.
Und davon will ich jetzt erzählen.
Es war an einem Sonntag, und wir sind in der Wirtsstube gesessen, der Förster, der Pfarrer, der Lehrer und ich. Es ist von der hohen Politik geredet worden; ich habe aber nicht viel davon verstanden, weil an den Nebentischen die Gütler und Bauern eine recht vernehmliche Unterhaltung geführt haben.