„Ja, ja,“ sagt der Förster und gibt mir unter dem Tisch einen Renner, „d’ Hauptsach is, daß Sie glei da war’n, Herr Doktor.“

„In dieser Beziehung hamm Sie recht, Herr Gierster! Bei solchen Wunden is die ärztliche Hilfe von großer Bedeutung. Mor’ng hamm mir das Konzilium, i und da Herr Bezirksarzt. Da wer’n mir uns über das weitere befinden.

Uebrigens, meine Herren, da fallt mir g’rad ein, mir wer’n heut abends einen sehr einen unangenehmen B’such kriegen.“

„Oho! Was is denn los?“

„D’ Reservisten und d’ Urlauber san los. Wie ich mich von meinem schwer krank’n Patienten ins Wirtshaus hinüber begeben hab’, is de ganze Rotte Kora beinander g’sessen. Mehr als zwanzig; unser Hofbauern Peter natürli mitten drin. Einen solchenen Lärm hamm’s vollführt, daß sich kein anständiger Mensch nicht hat halten können.

Ich bin glei wieder umkehrt; im Hausgang hab i an Kramer troffen. Der hat mir verzählt, daß die Burschen von der Stadt raus sich in die Eisenbahnwägen so unzivilisiert benommen hamm, daß man nicht mehr gewußt hat, ob man in einem Viehwagen oder in einem anständigen Coupé is. Sie kennen ja die Büldung unserer heitigen Jugend, Hochwürden...“

Der Herr Pfarrer ist nicht mehr dazu gekommen, seine Meinung abzugeben, denn in dem Augenblick sind in gleichem Schritt und Tritt, daß der Boden gezittert hat, die Burschen hereinmarschiert.

Voran einer mit der Ziehharmonika, hinterher der Hofbauern Peter in der blitzblauen Uniform der schweren Reiter, dann noch drei oder vier Infanteristen, und die andern in Zivil mit der Soldatenmütze.

Der Spektakel, der jetzt anging, ist nicht zum Beschreiben. Der Peter hat so geschrien, daß sein Gesicht angelaufen ist und beinahe die Farbe von der Uniform bekommen hat; und auch die andern haben pfeifend, brüllend und mit den Händen patschend die Musik begleitet.

„Seid’s wieder do, Bua’m?“ fragt der Bürgermeister. „Wia geht?“