Braunschweig, d. 24t, Aug. 1812.
Je lieber man jetzt in der Vergangenheit als in der Gegenwart lebt; desto erfreulicher war mir Ihr neuliches Schreiben und die darin enthaltene Versicherung von der Fortdauer Ihrer Freundschaft. An den schlechten Zügen meiner Buchstaben, die ich mit der zitternden linken Hand mehr male als schreibe, sehen Sie, daß ich auch in dieser Rücksicht Ursache habe, die Vergangenheit der Gegenwart vorzuziehen.
Sehr leid aber thut es mir, daß ich von den verlangten Büchern kein einziges besitze. In England selbst habe ich manche derselben ehedem vergeblich aufzutreiben versucht. Ich besitze nur 3 Quartbände von Capell’s School for Sh. deren dritter Band lauter Auszüge aus alten, und meistens auch aus den von Ihnen verlangten Schriften, enthält. Diese sind zum Theil weitläufiger als die von den Auslegern mitgetheilten Fragmente. Von den Folioausgaben des Sh. besitze ich bloß eine spätere ohne Titel von 1664 oder 1685. Sie sehen also, daß ich ärmer bin als Sie mich glauben. Mit herzlicher Ergebenheit
Der Ihrige
Eschenburg.
Förster, Karl.
Förster, Luise, geb. Förster.
Förster, Friedr.
Karl Förster, geb. den 31. April 1784 zu Naumburg, gestorben den 18. Dec. 1841 zu Dresden, wo er seit 1807 Professor am Kadettenhause gewesen. Als Uebersetzer des Petrarca, Tasso, Dante gerühmt, hat er auch einen „Abriß der allgemeinen Litteraturgeschichte“ geliefert, 4 B. (1827–30.) — Poesieen enthält das Buch: Raphael, ein Cyclus von Gedichten. Ueber des Dichters wie über des Menschen Werth sprechen am Schönsten die hier mitgetheilten Briefe der Gattin:
Luise Förster, geb. Förster, welche sie nach des edlen Mannes Tode an Ludw. Tieck richtete, der das Ehepaar herzlich liebte und achtete. Er auch hat die von der Wittwe herausgegebenen „Gedichte“ Karls, 2 B. (1842) mit einem Vorworte begleitet. Vier Jahre später erschienen, von Luisen verfaßt: Biographische und litterarische Skizzen aus der Zeit Karl Försters.