Leider verschließt mein Gefühl (?) mir noch immer die Aussicht, Sie in Dresden zu sehen. Und von Ihrem Herkommen scheint die Rede auch verklungen zu sein. Möchte der kommende Ein und Dreißigste Sie recht wohl, heiter und gestimmt finden, an Ihren großen Werken, die einer Vollendung harren, fortzuarbeiten! — Daß Raumer von London aus dringend seiner Familie aufträgt, Sie von ihm wissen zu lassen, wird Ihnen wohl schon gemeldet sein. Bei allem Wohlbefinden, aller Ehre, die er genießt, drückt ihn die Größe der Stadt, des Weltverkehrs, und er sehnt sich nach seinen Familienkreisen zurück. Der Sommer und das Land wird ihn vielleicht anders stimmen.

Mit innigster Verehrung

Ihr

W. Haering.


Hagen, Friedr. Heinrich von der.

Geb. am 19. Februar 1780 zu Schmiedeberg in der Uckermark, lange Zeit Professor der deutschen Sprache und Litteratur an der Universität in Breslau, starb 1856 als solcher in Berlin.

Von der ersten Edition des Nibelungenliedes (1810) bis zum Tode in hohem Alter, ist sein Leben bezeichnet durch eine lange Reihe rühmlicher Werke im Gebiete altdeutscher Philologie und Poesie. Sein Fleiß im Fördern und Schaffen läßt sich an Bedeutung nur vergleichen mit seiner vielseitigsten Theilnahme und reinsten Begeisterung für alles Große und Schöne im Reiche der Wissenschaften und Künste. Zugänglich, mittheilsam, liebenswürdig im persönlichen Verkehr brachte er durch sein Erscheinen überall Heiterkeit und regen Frohsinn mit.

I.

Breslau, d. 12ten März 1813.