Caroline Bauer.


Bauernfeld, Eduard von.

Geb. zu Wien 1804, dort angestellt in einem kaiserl. Amte. Lustspieldichter von großem Rufe, dessen „Bürgerlich und Romantisch“ — „Bekenntnisse“ — „Tagebuch“ — „Großjährig“ — und viele andere, mit verdientem Glücke über alle deutschen Bühnen gingen und zum Theil noch lebendig sind. Auf ernsterem Gebiete zeichnete ihn „Ein deutscher Krieger“ aus. Sein Dialog ist eben so reich an guten Gedanken wie an sinnvollen und feinen Wendungen. Gesammelt sind seine dramatischen Arbeiten in den „Lustspielen“ (1833) — und dem „Theater“ (1836–37). Er hat Mehreres aus dem Englischen übersetzt, und zwar meisterhaft. Z. B. den Coriolanus, der in einer Gesammt-Edition Shakespeares (Wien, bei Sollinger) steht, welche leider, wie es damals üblich, viel Nachdruck, unter A., den ganzen Schlegelschen Shakespeare enthält.

Die zwei hier mitgetheilten Briefe betreffen seinen „Fortunat,“ einen Versuch hochromantischer Gattung im Drama, der sehr viel Schönheiten bietet und der wohl verdient hätte, von anderen deutschen Bühnen, außerhalb Oesterreich, wieder aufgenommen zu werden. — Aber wem fällt so etwas ein? Wir haben ja Ueberfluß an poetischen Neuigkeiten.

I.

Wien d. 29. Septemb. 1834.

Hochverehrter Herr!

Das beiliegende Schauspiel „Fortunat“ wage ich Ihnen, hochverehrter Herr, zur Einsicht vorzulegen, eh’ ich es noch einem Theater zur Aufführung übergebe. Ich gestehe, daß mich dieser Stoff seit Jahren beschäftigt, und daß ich mir eigentlichst Mühe gab, dasjenige, was mir daran poetisch erschien, in dramatischer, wo möglich in theatralischer Form wieder zu geben. Natürlich konnt’ ich zu diesen Zwecken nur einige Umrisse der ursprünglichen Fabel beibehalten, und war gewisser Maßen gezwungen, die dramatische Handlung erst zu erfinden. Bei solchem Verfahren würde ich mich glücklich preisen, wenn es mir nicht mißlungen ist, den Sinn und Geist der Fabel auch in dieser veränderten Form nicht verwischt zu haben. Der erste Akt meines Schauspiels bildet eine Art Vorspiel: Fortunat als Jüngling im elterlichen Hause; dieser Theil unterscheidet sich in Ton und Darstellungsweise wesentlich von den übrigen Akten, worin die Abentheuer behandelt sind, die sich mehr dem Heroischen nähern. Der Schluß soll mit dem Anfang wieder zusammen greifen. Um das Theater-Publikum, welches leider ein allzu großer Feind des Phantastischen ist, auf das Wunderliche des Inhalts vorzubereiten, hab’ ich noch einen Prolog beschlossen, welchen Fortuna halten soll. —