Finanzkammer-Sekretär.
Körber, Gottfried, Wilhelm.
Geboren am 5ten Febr. 1775 zu Breslau, gestorben am 16ten November 1827 zu Hirschberg in Schlesien, wohin er 1800 als Prorector des damaligen Lyceum’s berufen, daselbst 1808 Rektor dieser Anstalt ward und die ehrenvolle Freude genoß, im Jahre 1816 dieselbe zum Gymnasium und sich zu dessen Königl. Direktor erhoben zu sehen. Der besonders gute Ruf jener gelehrten Anstalt darf zuvörderst seiner segensreichen Wirksamkeit zugeschrieben werden.
Er war verheirathet mit Christine Hermes, einer Tochter des Verfassers von „Sophiens Reisen von Memel nach Sachsen,“ aus welcher Ehe gegenwärtig zwei Töchter und ein Sohn noch seinen Namen führen.
Körber war ein gründlich-gelehrter Linguist, Historiker und Philosoph. Was er sprach und schrieb trug ein geistreiches Gepräge. Gleichwohl hat er, pflichtgetreu an die Berufsgeschäfte gefesselt, für größere literarische Leistungen keine Zeit gewonnen, sondern nur in Schulprogrammen, Reden und in originellen Gelegenheitsdichtungen die Fülle und Eigenthümlichkeit seines geistigen Wesens bekundet. Im geselligen Verkehr sprudelte er von witzigen, schlagenden Einfällen, deren viele durch treffende Wahrheit geradezu populair geworden sind. Und Gneisenau, der mit ihm in vertraulichem Verhältnisse lebte, und ihn oft in Erdmannsdorf zu sehen liebte, pflegte ihn „den zweiten Lichtenberg“ zu nennen.
Ausführlicheres über ihn bietet die Schrift von Balsam: De vita G. G. Koerberi (1829.)
Hirschberg, 20ten Nov. 1812.
Hochgeehrter Herr.
In einer Sache, wie die folgende, werden Sie mir wohl die „Wohlgeborenheit“ &c. erlassen, mit der sich männiglich, ohnehin zum Überdruß beschleppen muß.