Und frage nicht nach einem fremden Dinge!
Willkommen, ruf’ ich, immer noch: willkommen!
„Erlauben Sie, ich bin im Reise-Kleide,
Das Sopha leidet und die blanke Diele,
Der Weg hieher hat einen feuchten Sand!“
„Verzeihen Sie, auch mir fehlt Festgeschmeide.
Nachläß’ger Anzug läßigt Fein-Gefühle;
Doch vor der Hand — zum Kuß hier meine Hand!“ —
Ich weiß es, wehe mir, wenn Sie nach Lesung dieses wunderlichen Stücks, im fortgestzten Prinzen Zerbino meiner gedenken. Aber ich rede hier nicht mit dem Verfasser des Zerbino, sondern mit dem freundlichen Mann, der mich über meine Meynung im Vertraun gefragt hat. Wenn die Schlußreime so stehn, wie oben; so sieht mir ein Sonett aus, wie ein schön gewirktes Band, das aber am Ende locker geworden, und die Fäden auseinander gegeben hat; — oder so klingt mir ein Sonett wie ein schönes Glockengeläute mit dem Apendix einzelner Nachschläge, wenn der Klöpel nicht gleich angehalten wird. Freylich, soll eben eine Empfindung ausgedrückt werden, deren Gedankentext auf eine ähnliche Art verdämmert, oder soll auch das laute Gefühl allmählig in ein Verstummen des stillen und innigern Beschauns übergehn; so hab’ ich nichts gegen das Lyrische dieser Form. Sonst aber scheint sie mir besser zu einem komischen Kontraste zu dienen. Sollt’ es nicht eine verständige Umkehrung dieser Form geben, die einen sehr großen und bedeutenden lyrischen Karakter hätte? — Sie hören, ich spreche kein vollständiges Wort. Ich zweifle, ich frage. Fragende Zweifel bitten um belehrende Antwort.