Einen Ariost für Dich habe ich nun hier, mag Dir aber kein Porto dafür verursachen, Du erhältst ihn mit Gelegenheit.
Schütze hat mir gesagt, der Graf v. Finkenstein habe einiges aus dem Petrarca übersetzt. Kannst Du mir die Privatmittheilung davon verschaffen, so wäre es mir sehr angenehm. Ich habe letzthin auch eine Anzahl Sonette und ein paar Canzonen übersetzt, und werde noch mehrere hinzufügen, daher interessirt es mich, da Schütze sie als sehr gelungen beschreibt. Meine lasse ich eben abschreiben und schicke sie Dir mit nächster Post, sowie die Glossen.
Deine Schwester befindet sich jetzt wieder ziemlich gut und die Bäder und stärkende Mittel werden ihr bald auch ihre Kräfte wiedergeben. Die Kinder sind frisch und gesund. Dein Bruder in Weimar arbeitet viel und ist wohl.
Lebe recht wohl, grüße Deine liebe Frau und theile bald etwas mit
Deinem
A. W. S.
XXI.
Berlin, d. 15. Febr. 1803.
Liebster Freund!
Vor ein paar Posttagen bekam ich einliegenden Brief von Frommann. Um sein Verlangen zu erfüllen, ist es das beste, denke ich, Dir den Brief selbst zu schicken. Was die Airs betrifft, so muß man es mit Frommann so genau nicht nehmen, sonst spricht aber die Sache für sich selbst. Zu seinen Buchhändler-Argumenten möchte ich nun eine Menge poetische hinzufügen, Du wirst Dir das alles aber schon selbst sagen. Es wäre wirklich jetzt an der Zeit, daß Du einmal wieder ein großes Kunstwerk aufstelltest, und je länger Du es aufschiebst, je schwerer wird Dir die Vollendung werden. Wenn Du einen Theil des Manuscripts um die Mitte März, und das übrige Ende März hinschickst, so kann es gewiß noch auf die Messe fertig werden. Welchen Triumph alle Deine Freunde haben würden, brauche ich nicht erst zu sagen.