Reden über die Religion (1799.) — Monologe (1800.) — Predigten, sieben Sammlungen (1801 bis 1833.) — Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre (1803.) — Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche, 2 Bde. (1821–22.) —
Die drei kurzen Briefchen geben in ihrer lakonischen Gedrungenheit, welche eben nur ausspricht, was sie sagen will, dieses dann bestimmt und klar, ein Bild des außerordentlichen Mannes, wie er sich im geselligen Umgange zeigte. Daß diese seine Kürze nicht immer ohne Schärfe blieb, und daß er mit wenig Worten zu treffen pflege, verhehlten auch die wärmsten Freunde nicht, wenngleich sie andrerseits die Milde seines Gemüthes nicht innig genug rühmen konnten. Er war fast eben so gefürchtet als geliebt. Wie denn wohl auch in seinen sublimen Kanzelreden philosophirende Dialektik bisweilen von sanft-herrnhuterischer Mystik durchweht wurde. Und gerade dieser Dualismus machte ihn zum Lieblingsprediger wahrhaft gebildeter, denkender und fühlender Hörer.
Daß aber auch Er, dem es an Skepsis — namentlich Tieck gegenüber! — durchaus nicht mangelte, sieben volle Jahre brauchte, um den frommen Glauben an Vollendung der „Cevennen“ aufzugeben, ist fast rührend.
I.
Von der Insel Rügen, 2/9. 24.
Lieber Freund! in der Ungewißheit über den Postenlauf von dieser entlegenen Gegend aus und auch über die Modificationen, die Schedens[22] Plan mag erlitten haben, wende ich mich wegen der Einlage an Sie mit der Bitte um gütige Abgabe, wenn Schedens noch in Dresden sind, oder noch dahin zurückkehren. Im entgegengesetzten Fall übernehmen Sie wol die Mühe, Berlin darauf zu setzen und den Brief dorthin zu senden.
Gute Gesundheit und viel Freude. Vor allen Dingen aber machen Sie die Cevennen fertig.
Schleiermacher.
II.
Berlin, 14ten Jul. 30.