Meine Frau hat ohne Zweifel alles abgehandelt, was der Gegenstand eines Briefes seyn kann, so daß mir nichts übrig bleibt, als Euch Allen für die freundliche Aufnahme und für die schönen Tage zu danken, die wir unter Euch verlebten. Sie waren uns doppelt angenehm, da wir so Manches anders und besser fanden, als wir erwarten dürften. — Die Gräfin und Dich nach so großen Gefahren wohl und gesund, ja beide so angenehm heiter, wie das herrliche Wetter und die schöne Gegend.
Die arme Malchen quält sich leider; aber wir hoffen, daß Sie jetzt erleichtert ist und sich, wenn diese Zeilen ankommen, wohl sogar erholt hat von der Operation.
Unsere Reise war recht schön. — Hier habe ich den Reichthum der Kunstausstellung und einiges Vortreffliche bewundert. — Deine Büste hier ist ohne allen Vergleich besser als die von David, und Alle erkennen sie als ein Meisterstück Deines Bruders. Das ist aber nicht der Fall mit dem Gemählde, es scheint uns mislungen und ich wüßte nichts zu loben, als v. Sternbergs Aehnlichkeit. Zwar scheinen alle mehr oder weniger ähnlich, aber nicht auf eine angenehme Weise. — Wäre doch das große Bild hier. Gewiß es würde Bewunderer haben.
Grüß Alle.
Dein treuer
Steffens.
XX.
Berlin, d. 11. Decbr. 36.
Lieber Tieck!
Abermals wage ich es, Dir einen Landsmann zu empfehlen. — Diesesmal ein recht tüchtiger junger Mann, Hr. Bügge, Rector der gelehrten Schule in Trondhjem (Drontheim), der in seinem Vaterlande in großem Ansehen lebt und auch hier sehr geschäzt wird. Die norwegische Regierung hat ihm hierher und überhaupt nach Deutschland gesandt, damit er sich mit der Einrichtung der Schulen bekannt mache und es ist kein Zweifel, daß er in Norwegen die Einrichtung der gelehrten Schulen leiten wird. Es ist ein gescheuter und recht hellsehender Mann und seine Bekanntschaft wird Dir, wie ich glaube, lieb seyn.