Machmud. Nein, Omar, weil du mich doch durch diese Sprache zum Prahlen aufforderst, ich handelte nicht so gegen dich, als du, ein unbekannter Fremdling, nach Bagdad kamst.

Omar. Also für die fünfhundert Zechinen, die du mir damals gabst, verlangst du jetzt von mir zehntausend?

Machmud. Hätte ich's vermocht, ich hätte dir damals mehr gegeben.

Omar. Freilich, wenn du es verlangst, muß ich dir die fünfhundert Zechinen zurück geben, ob du es gleich nicht gerichtlich erweisen kannst.

Machmud. Ach, mein Bruder! —

Omar. Ich will sie dir schicken. — Erwartest du keine Briefe aus Persien?

Machmud. Ich erwarte nichts mehr.

Omar. Aufrichtig, Bruder, du hättest dich etwas mehr einschränken sollen, auch nicht heirathen, wie ich es bis jetzt noch immer unterlassen habe; aber du warst von Kindheit an ein wenig unbesonnen. Laß dir das zur Warnung dienen.

Machmud. Du hattest ein Recht, mir die verlangte Gefälligkeit zu verweigern, aber nicht dazu, mir so bittere Vorwürfe zu machen.

Machmud verließ mit tiefgerührtem Herzen seinen undankbaren Bruder. — So ist es denn wahr, rief er aus, daß nur Gewinnsucht die Seele des Menschen ist! — Nur sie selbst sind ihr erster und letzter Gedanke! für Geld verkaufen sie Treue und Liebe, stoßen die schönsten Gefühle von sich weg, um das nichtswürdige Metall zu besitzen, das uns mit schändlichen Fesseln an diese schmuzige Erde kettet! — Eigennutz ist die Klippe, an der jede Freundschaft zerschellt, — die Menschen sind ein verworfenes Geschlecht! — Ich habe keine Freunde und keinen Bruder gekannt, nur mit Kaufleuten bin ich umgegangen. Ich Thor, daß ich von Liebe und Menschenfreundlichkeit zu ihnen sprach! nur Geldstücke muß man ihnen wechseln!