»Wir sind ja Beide Menschen!« sprach er endlich langsam und beruhigt, »es betrifft das Glück meines Lebens, und auch er soll dadurch glücklich werden; ich will der zärtlichste Sohn seyn, ihn im Alter schützen, sein pflegen, es soll ihn gewiß nicht reuen. Er findet keinen Eidam, der seine Emma so lieben, so glücklich machen würde, als ich, das fühl' ich, und ihr Glück, hat er mir ja oft gesagt, wird auch das seinige sein.«
So ausgerüstet ging er itzt muthig in Friedrichs Gemach. Die Sonne war schon untergegangen, und der Ritter saß still und gedankenvoll in seinem Zimmer.
Adalbert fühlte sein Herz heftig klopfen, als er die Thür öffnete, die Brust ward ihm zu enge, er war mit dem Ritter so vertraut, und doch war es ihm als wollt' er itzt mit einem Unbekannten sprechen.
»Willkommen, Adalbert!« rief ihm Friedrich entgegen, »gut daß du kömmst, ich wollte dich schon rufen lassen; wir haben lange nicht mit einander getrunken, und ich bin heut so traurig. Es wird doch wohl nicht das letztemal sein, daß mir mit einander trinken?«
»Das letztemal?« fragte Adalbert und eine glühende Hitze überflog ihn; er war itzt fest entschlossen, kein Wort zu sagen.
Friedrich. Setze dich zu mir, Adalbert! wir wollen uns heut wohl sein lassen, du hast gekämpft, dafür mußt du ruhen.
Buben brachten Wein, der Alte goß die Becher voll, und Beide tranken. Adalbert nachdenkend und traurig, fast ohne zu wissen, daß er trank, Friedrich desto fröhlicher.
Friedrich. Du bist nicht munter, Adalbert! du trinkst ja warlich wie ein Mädchen. — Was ist dir?
Adalbert. Nichts. — Er sahe starr vor sich hin, indem er mit Wollen und Nichtwollen kämpfte. Itzt riß er sich gewaltsam aus seiner Träumerei, glaubte falsch geantwortet zu haben und setzte noch schnell und zerstreut hinzu: O ja!
Friedrich. Adalbert! du sprichst im Traume. Sonst bist du ein fröhlicher Gesellschafter, man verkennt dich heute ganz.