Abdallah. Mein Geist sträubt sich gegen diesen freudenleeren Glauben.
Omar. Weil er deinen Stolz kränkt. — Vieles ist gestürzt, auf das du bis itzt eingebildet dich für besser als tausend andre hieltest; es ist dir genommen und du sinkst zu den übrigen Menschen hinab. Aus Eigennutz bist du unzufrieden und bildest dir ein, es geschehe der Tugend wegen. —
Abdallah. Omar, du hast tief in meine Seele geschaut. — Kann aber die sterbliche Natur sich ganz vom Eigennutz losreißen? du sagtest selber, jeder handle nur für sich, bin ich daher nicht der erste Zweck meiner Entwürfe und müssen die übrigen Wesen nicht mir selber weichen?
Omar. Du sollst und kannst dich nie von dieser Schwäche trennen, — nur der Stolz sei dieser Eigennutz nicht; sei eigennützig im Genuß, ein Traum ist kein Genuß. —
Ein Sklave kam und rief Abdallah zu seinem Vater Selim.
Omar. Und verschließe diese Lehren tief in deine Brust, sie taugen für kein ander Ohr.
Abdallah. Für mich allein hast du also diese Trostlosigkeit ausgelesen?
Omar. Abdallah, sei nicht undankbar. — Der Weisere kann mich nur verstehn.
Abdallah ging.