»Adalbert!« fuhr Friedrich fort, »du bist undankbar, — du bist mein Freund, bist du damit nicht zufrieden?

Adalbert. Nein, edler Ritter! ich will, ich muß Euer Sohn werden. —

Alle seine Furcht war verschwunden, denn Friedrich zürnte nicht, er hatte ihn angeredet, wie ein gütiger Vater seinen Sohn anredet. So tief vorher sein Muth gesunken war, so hoch stieg er itzt wieder empor.

»Du mußt?« sagte Friedrich, »wärst du boshaft genug, mir eine schwarze Mauer vor die schönste Aussicht hinzustellen? — Nein, Adalbert! — diese Bitte muß ich dir abschlagen.«

»Abschlagen?« sprach Adalbert ganz leise nach, als wenn er sich fürchtete, dieß Wort noch einmal zu hören. — Aber die Bahn war gebrochen, er war in einer Lage, die an kalte Verzweiflung grenzte, daher behielt er Muth genug zu fragen: »aus welcher Ursach?«

Friedrich. Meine schönsten Träume waren von jeher, daß meine Tochter einem Ritter vermählt würde von edler und berühmter Abkunft, — die fehlt dir; ich habe keinen Sohn, sie ist mein Stolz und meine Freude, — sie erbt von mir Burgen und Schätze, diese muß mein Eidam auch besitzen, — du hast diese nicht. — Du kannst mein Freund sein, aber nicht mein Sohn.

Adalbert. Ritter! um Gottes willen, widerruft was Ihr da gesagt habt! — Ruhm und Schätze verlangt Ihr? wie nichtswürdig ist beides in den Armen der Liebe! — Vater! Emma an meine Seite, und Ihr sollt in einem Himmel leben, Ihr sollt ungern diese Erde verlassen! — Können Euch Ruhm und Schätze Glück bezahlen? Wiegen Goldstücke die Thränen Eurer Tochter auf? — Ich muß verzweifeln, wenn Ihr nicht widerruft!

Friedrich. Adalbert!

Adalbert. Wird Euch nach meinem Tode auf dieser Stelle nie der Name Adalbert einfallen? — O Friedrich! Friedrich!

Er stürzte kraftlos nieder und umarmte heftig die Kniee des Ritters. — Friedrich beugte sich gerührt über ihn und hob ihn auf. »Unglücklicher!« sagte er, »Konrad hat mein Ritterwort, sie ist die Braut seines Sohnes.«