Adalbert. O widerruft Euer Ritterwort, vernichtet Euer Versprechen —

»Halt!« rief Friedrich und stand wüthend auf, »Bösewicht! mein Ritterwort brechen! — Bei Gott! dann mag der Henker mein Wappen zertrümmern, und den Namen Mannstein an eine Schandsäule schreiben! Geh Verworfner! — Geh! du entehrst das Schwert an deiner Seite.

Er schwieg und erwartete eine Antwort, aber Adalbert stand stumm und unbeweglich vor ihm, ohne alle Zeichen des Lebens.

»Von itzt an,« sprach Friedrich, »halte ich dich jeder Schandthat fähig; du verlässest morgen meine Burg, ich lasse dir ein Roß zäumen; bei meiner Ritterehre! ich will dich nicht wieder sehn, denn ein solcher Bube könnte Emma entehren, und Konrad von Burgfels ermorden.«

Itzt ging Adalbert stumm fort, an der Thüre des Zimmers stand er still, seine Kniee wankten, seine Hände zitterten, so nahte er sich dem Ritter und sagte halblächelnd: »Seht Ihr! nun haben wir doch zum letztenmal mit einander getrunken.«

Mit einer schweren Thräne sprach er die Worte »zum letztenmale« aus. Dann verließ er schnell und stumm das Gemach.

Friedrich sah ihm lange nach, dann starrte er auf die Thräne Adalberts, die brennend auf seine Hand gefallen war, er selbst konnte eine andre nicht in sein Auge zurückzwängen, sie rollte langsam über seine Wange.

Er wischte sie seufzend weg, trocknete dann die Thräne Adalberts, um es zu vergessen, daß ein Mann hier geweint habe.

Er hätte so gern diese Stunde vernichtet, ihm reute die Hitze, in welcher er Adalberts Leidenschaft zu unbillig behandelt hatte, — aber die Stunde war vorüber, die schrecklichen Worte waren gesprochen.

Betäubt ging Adalbert auf sein Zimmer. Das Loos ist gefallen! rief er wild und warf sich in einen Sessel; ich habe verloren, setzte er dann mit schrecklicher Kälte hinzu, — wie konnte ich auch auf einen Gewinn rechnen? — Dann ging er lange heftig auf und ab, öffnete stumm das Fenster und schaute mit starrendem Auge in die monderhellte Gegend.