Euch fliehen? Dann müßtet Ihr nicht der Ritter Löwenau sein. —
Sie waren beide an ein Bogenfenster getreten und der Schein des Abends überflog mit freundlicher Röthe das Gesicht des Mädchens. —
Fräulein, — fing der Ritter nach einigem Stillschweigen an, die Sonne nimmt durch einen holdseligen Kuß von Euch Abschied, um Euch morgen wieder mit einem Kusse zu wecken. — Um Euer Antlitz zittert ein blasser Flammenschein, man sollte Euch für eine Heilige halten.
Daß Ihr nur nicht in die Versuchung kommt, mich anzubeten, erwiederte Emma schalkhaft.
Löwenau. Und wenn ich nun in die Versuchung käme? — Würdet Ihr mein Gebet erhören, schöne Emma? —
Emma. Ich müßte erst wissen, um was Ihr mich bitten wolltet. — Sie sprach diese Worte leise und mit zitternder Stimme, denn sie fürchtete und hoffte viel.
So bitt' ich Euch, sprach Löwenau, nicht so schnell von mir in den Garten zu eilen.
Nicht mehr als das? rief Emma schnell, und mit einem kleinen Unwillen über ihre getäuschte Erwartung. —
Löwenau. Wenn Ihr so gütig seid, mein Fräulein, so werdet Ihr mich leicht zu einem ungestümen Bitter machen.
Emma. Was könntet Ihr noch mehr wünschen? —