Friedrich. O ja, aber die Hoffnung, jene Betrügerin, nicht zu meiner täglichen Gesellschaft machen. Das größte Glück erscheint klein, neben dem Bilde, das uns die Hoffnung vorhielt.

Löwenau. Die Hoffnung trägt für Euch die Gestalt Emma's, und eine solche Tochter — —

Friedrich. Je besser sie ist, desto mehr hab' ich zu fürchten, und je mehr ich sie liebe, je mehr verlier' ich in ihr. Alles wär' mit ihr dahin! Ich wünsche nichts, als sie glücklich zu sehn; dann werde ich es auch sein.

Löwenau. Habt Ihr noch auf keinen Eidam gedacht?

Friedrich. Er schläft in Palästina, Konrad von Burgfels, ihr mußt ihn gekannt haben, — ein anderer, — o ich mag nicht gern daran denken! — ein gewisser Adalbert liebte sie, ich schlug sie ihm ab; wäre er jetzt hier, sie wäre sein. —

Löwenau schwieg, und sahe düster vor sich nieder. Ein gewisser — Wollt Ihr sie keinem Ritter von berühmtem Hause geben? fragte er endlich.

Friedrich. Wer weiß ob sie mit einem solchen glücklich wäre?

Löwenau. Wenn er sie, wenn sie ihn liebte?

Friedrich. Dann würd' ich mich keinen Augenblick bedenken.

Löwenau kämpfte jetzt einen schweren Kampf, sein Edelmuth und seine Liebe rangen hartnäckig mit einander; oft wollte er den Namen Adalbert aussprechen, aber der Name starb auf den Lippen bei dem Gedanken an Emma. — Die Liebe blieb Siegerin. — Würdet Ihr mich als Eidam verschmähen, Ritter?