Löwenau. Wir wollen in den Saal zurückgehn.

Emma. Wilhelm! — hörtest du kein Ächzen in der Nähe?

Löwenau. Nichts als den Wind, der durch die Laube rauscht.

Emma. Es war ein schweres Athmen — wie eines Sterbenden, — horch, wie die Blätter zusammenschlagen! — Gott im Himmel!

Sie sank ohnmächtig in seine Arme, denn Adalbert trat bleich und entstellt, mit verworrenen Haaren, dem Auge eines Wahnsinnigen, leise wie ein Gespenst aus der Laube; mit hohler gewürgter Stimme rief er: Emma!

Ihr Bewußtsein kam wieder, aber ihre Sinne blieben zurück, starr wie eine Leiche sahe sie in Adalberts Auge. — Emma! Emma! rief dieser wüthend, kennst du dies Band noch? — Er hielt es ihr mit zitternden Händen vor. — Geliebter! rief sie matt und wollte sich in die Arme Löwenaus werfen; Adalbert fing sie auf, zog einen Dolch und stieß ihn wüthend in ihre Brust. — Kaum war der Todesstreich geführt, so erwachte er wie aus einem tiefen Schlaf. — Emma! Emma! er hielt sie fest in seinen Armen; stirb nicht! ich war rasend! lebe, lebe, und sei glücklich! vergieb mir und lebe! laß mich für dich sterben! du darfst, du sollst nicht sterben. — Er kniete nieder und hatte sie fest in seine Arme gepreßt, als wenn er sie dem Tod abtrotzen wollte; er fühlte nicht, wie sein Blut aus zehn tödtlichen Wunden rieselte, die ihm indeß Löwenaus Dolch gestoßen hatte.

Endlich fühlte er seine Kraft ermatten, er ließ sie sanft auf den Rasen fallen. — Du stirbst, Emma? — Du stirbst? — Er sank neben ihr zur Erde.

Konrad und Friedrich kamen Arm in Arm durch den Buchengang die junge Braut zu suchen. — Wo ist meine Tochter? fragte Friedrich seinen Eidam.

Er wieß stumm mit dem blutigen Dolch auf sie hin.

Wo? fragte Friedrich.