O der Eiskalte! rief Abdallah laut, wie leicht es ihm wird, ewige Quaalen auf mich herabzubitten! — und ich zögre und bedenke seinen Tod, — ihm wird es so leicht, mich ewig zu verderben, und ich kann diese Gefühle in meiner Brust nicht niederwerfen. Kann dieser einzige Verlust nicht tausendfachen Gewinn geben? Kann das Land und Zulma nicht laut dies Leben von mir fordern? und da er es selbst verachtet und für seine Mitbürger hinzugeben brennt? —

Ach und was vermag ich gegen das eiserne Schicksal? gegen die dicken Mauern schlagen vergebens meine Kräfte an, — wenn es sein soll, — o dieser Gedanke selbst ist mir vor meiner Geburt schon vorgeschrieben, ich kann nichts als ihn nachdenken, — in den ewigen Gesetzen liegt die Sünde, — die Hand mordet, die den Dolch ergreift, nicht das Werkzeug, das der größern Kraft wider Willen nachgeben muß. — O das ist ein Gedanke, der mich dem Wahnsinn entgegen führen könnte. — Alle meine Wünsche gehen hier unter, mein Wille ist todt, — ich muß, ich muß es vollbringen, und dann erst wird das Werkzeug aus den Händen gelegt. — Wo finden meine Gedanken auf diesem Meere einen Ort der Ruhe? — Wo eine Insel, an die sie im Sturme landen können? —

Er setzte sich in das Gras unter einem dichten Baum und sahe starr dem Spiel der Mücken und Gewürme auf der Erde zu. —


Viertes Kapitel.

Ein Geräusch dicht neben ihm im Busche schreckte ihn auf, Raschid stand vor ihm. —

Er sprang auf und fiel seinen Freund schnell in die Arme. — O, rief er, das ist es, was ich suchte, ja, ein Mensch hat mir gefehlt und dieser wird mir itzt gesendet.

Wir sind beide unglücklich, sagte Raschid, Elend verschwistert unsre Seelen.

Abdallah. Du elend? — O worin kannst du unglücklich sein?

Raschid. Ich? — Ich irre in der Nacht und am Tage durch verlassene und wüste Gegenden, ich wünsche und hoffe und verzweifle in demselben Augenblick, — ach Abdallah! Abdallah! du weißt vielleicht, was Unglück ist, nicht wahr, du würdest mich glücklich machen, wenn du es könntest?