Ali ergriff die Hand Selims und führte ihn dann zu Abdallah. — Dieser ist es! sagte er schnell.
Selim fuhr blaß zurück. — Soll ich dieser Lüge glauben? sagte er nach einigem Stillschweigen; nein, Ali, dazu ist sie nicht fein genug ersonnen.
Dieser ist es! sagte Ali noch einmal mit schadenfroher Miene.
Selim. O Lügner, sieh dies Auge, diese entstellten Züge, diese Todesblässe, und wiederhole dann deine Worte noch einmal.
Ali. O dann wäre mein Triumph noch tausendmal herrlicher, wenn er itzt nicht bereute. —
Selim schwieg, er sahe mit einem schweren Blick auf Abdallah hin; Abdallah schlug die Augen nieder, alle seine Glieder zitterten.
Und mein Sohn antwortet nicht? fuhr Selim auf. — Nicht mit einem Ton, durch einen Blick widerlegt er diese gräßliche Lüge? — Soll ich dies Stillschweigen für Bewußtsein halten?
Abdallah drängte sich fester an die Mauer, er wünschte, daß ihn die Erde verschlingen möchte und schwieg.
Soll ich es glauben? sprach Selim erschrocken. — O wenn ich hier zweifeln soll, dann ist alles, was ich glaubte, Irrthum, dann — o ich Unglückseliger! — dann Ali, geb' ich mich besiegt. — O Himmel! Abdallah! Abdallah! sprich zu deinem Vater, höre meine letzte Bitte. — Er faßte die Hand Abdallah's. — Sprich, und zerrisse der Ton mein Ohr, nur eine Sylbe, nur einen Athemzug: sprach er Wahrheit? —
Abdallah's Herz wollte springen, er zitterte stärker, sein Busen kochte, mit matter stockender Stimme stammelte er endlich: Ja!